Über 2000 neue Corona-Fälle im Zusammenhang mit Ausbruch bei Tönnies

Corona-Skandal

Im Zusammenhang mit dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies sind inzwischen mehr als 2000 Infektionsfälle festgestellt worden.

Düsseldorf

23.07.2020, 08:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem Dach des Werksgeländes steht das Logo der Firma Tönnies in Form von zwei Kühen und einem Schwein.

Auf dem Dach des Werksgeländes steht das Logo der Firma Tönnies in Form von zwei Kühen und einem Schwein. © picture alliance/dpa

„Nach aktuellem Stand ordnen die zuständigen Behörden dem Ausbruch bei Tönnies bislang insgesamt 2119 Fälle zu“, sagte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag).

Bei weiteren 67 Fällen sei ein Zusammenhang möglich

Zusätzlich seien bei 67 weiteren Fällen ein Zusammenhang möglich, welcher aber nicht erwiesen wurde. Laumann wiederholte zudem seine Ansicht, dass die zeitweise Schließung des Tönnies-Betriebs in Rheda-Wiedenbrück rechtens war und das Unternehmen keinen Anspruch auf Lohnkostenerstattung hat. „Ich gehe davon aus, dass das auch vor Gericht Bestand hat“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung.

Das Tönnies-Werk neben der Firmenzentrale in Rheda-Wiedenbrück stand nach dem massenhaften Corona-Ausbruch unter den Mitarbeitern rund vier Wochen lang still. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, gab es zeitweise für die Bewohner der Kreise Gütersloh und Warendorf wieder verschärfte Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen. Der Vorfall hat auch eine Debatte über ein Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie ausgelöst.

Dass Ex-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) als Berater für Tönnies tätig war und sich als Minister auch mit Unternehmenschef Clemens Tönnies getroffen hat, hält Laumann nicht für problematisch. „Das ist nicht anrüchig“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Ein Wirtschaftsminister müsse mit solchen Unternehmen sprechen. „Die Leute erwarten doch von uns Politikern, dass wir uns um die Wirtschaft kümmern. Diese Verteufelung finde ich nicht richtig.“

dpa

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