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TSV-Nachwuchs fährt Gefühls-Achterbahn

B-Junioren geben 2:1-Führung aus den Händen

Dem TSV klebt förmlich das Pech am Stiefel. Erst das unglückliche Last-Minute-K.o. der C-Junioren gegen Spfr. Siegen (2:3). Drei Tage später nun die bittere Last-Minute-Pleite der B-Junioren.

MARL

von Von Nils Steufmehl

, 05.05.2011

Trainer Volker Hanebeck hätte eigentlich mehr als zwei Hände gebraucht, um seine Schützlinge wieder aufzurichten. So tief saß die Enttäuschung bei den Landesliga-Kickern nach der 3:4-Pleite gegen Spitzenreiter DJK TuS Hordel. Nur sechs mickrige Minütchen fehlten dem Loekamp-Nachwuchs zum Riesenschritt in Richtung Westfalenliga. Nun muss sich der TSV in den nächsten Wochen wieder mühsam an Hordel herankämpfen. Von Beginn an zeigten beide Teams Tempo-Fußball erster Klasse. Das Prädikat Spitzenspiel traf selten so haargenau zu. Vor allem die Hülser wollten anscheinend ihre große Chance im Kampf um den Landesliga-Titel nutzen und hatten nach drei Minuten die Führung auf dem Fuß. Philip Meyer scheiterte am Pfosten.

Die Gäste zeigten sich in der Anfangsphase nervös. Doch wenn der Tabellenführer mal in die Spitze kombinierte, wurde es auch gleich brandgefährlich. Zum Glück für Hüls erkannte Schiedsrichter Frank Gettke aus Haltern ein Foulspiel an TSV-Keeper Maris Lange. Sonst hätte Hordel bereits nach fünf Minuten jubeln dürfen. Pech wiederum hatten die Hülser, als der Unparteiische ihnen einen Handelfmeter verwehrte. Insgesamt erspielten sich die Hausherren durch ihr forsches Auftreten ein deutliches Übergewicht und wurden folgerichtig auch belohnt. Nach einem Freistoß von der linken Seite sprang Kopfball-Ungeheuer Leon Kaub am höchsten und nickte zum verdienten 1:0 (20.) ein.

Diese Führung wollte die Hanebeck-Truppe unbedingt mit in die Pause nehmen. Keeper Marius Lange ließ es kurz vor dem Pausenpfiff also etwas ruhiger angehen. Zu ruhig! Frank Gettke schaute genau auf seine Stoppuhr und pfiff sofort ab, als Lange den Ball mehr als sechs Sekunden in den Händen hielt. Trainer Hanebeck konnte es nicht fassen: „Hast du schon einmal gesehen, dass so etwas abgepfiffen wird?“ Gettke jedenfalls tat es. Den darauf folgenden indirekten Freistoß nagelte Hordels Sasha Sareyko zum überraschenden 1:1-Ausgleich (40.) in die Maschen. Von diesem Schock hat sich die Loekamp-Elf nicht so recht erholt und wirkte nicht mehr ganz so entschlossen. Mit Ausnahme von Michael Rafael Joswig. In der gegnerischen Hälfte suchte er vergeblich nach Anspielstationen und haute den Ball in bester Ernst-Kuzorra-Manier einfach aufs Tor. Das Leder senkte sich hinter Hordels Torwart Adrian Brödner unhaltbar in die Kiste – 2:1 (49.).

Die Hülser zogen sich nun mehr und mehr zurück. Hordel vergab einige gute Chancen. Der Big-Point war für die TSV-Kicker zum Greifen nah. Bis zur 75. Minute, als der eingewechselte Marko Tomasevic plötzlich vor dem Hülser Tor auftauchte und den erneuten Ausgleich markierte. Der TSV wirkte wie gelähmt. Anders die Gäste, die wie von der Tarantel gestochen noch einmal wild nach vorne stürmten und in der Schlussminute tatsächlich belohnt wurden. Ausgelassen feierte der TuS Hordel das 2:3 durch Doppeltorschütze Sasha Sareyko. In der Nachspielzeit sorgte Tim Schulte mit dem 2:4 für die Entscheidung (80.+3). Alexander Breforts 3:4-Treffer war die letzte Aktion des Spiels. Nach dem Abpfiff haderte Trainer Volker Hanebeck: „Wir haben es einfach versäumt, nach dem 1:0 nachzulegen. Unsere beiden individuellen Fehler hat Hordel eiskalt genutzt." Den Titel hat der Coach aber noch nicht abgehakt. „Wir haben zwar jetzt sieben Punkte Rückstand, aber auch noch eine Partie mehr zu absolvieren.“