Trotz Coronavirus: So könnte der Osterurlaub auf Mallorca aussehen

Reisen

Die Balearen sind mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von gut 22 eine gerade ziemlich coronasichere Gegend. Die Inseln rechnen wieder mit Touristen – vielleicht schon zu Ostern.

Hannover

11.03.2021, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mallorca rechnet mit Touristen.

Mallorca rechnet mit Touristen. © picture alliance/dpa

Es ist eine schöne Zahlenreihe, die sich aus den täglichen Meldungen über den Corona-Stand der Dinge des spanischen Gesundheitsministeriums ergibt: Seit dem Donnerstag vor zwei Wochen ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen von damals erstmals knapp unter 35 auf nun gut 22 gefallen.

Der Wert ist so niedrig, dass die Inseln beim Robert-Koch-Institut bald ihren Status als Risikogebiet verlieren könnten: vielleicht schon diesen Freitag, womit auf den Balearen viele rechnen, vielleicht eine Woche später. Falls nicht, wäre er „negativ überrascht“, sagte Tui-Vorstandsmitglied Sebastian Ebel an diesem Montag während eines Besuches auf Mallorca.

In ganz Spanien herrscht Alarmzustand

Die Reiseveranstalter und Hoteliers scharren mit den Hufen, und viele sehnsuchtsvolle Deutsche auch. „Wir haben in den vergangenen Tagen und Wochen viele Nachrichten aus Deutschland erhalten“, sagt der deutsche Botschafter in Madrid, Wolfgang Dold. „Viele Deutsche vermissen ihr liebstes Urlaubsziel: Spanien.“

Das Land lässt gerade die dritte Corona-Welle hinter sich, aber die Gefahr ist noch nicht überstanden. Im ganzen Land gilt weiter Alarmzustand, Reisen zwischen den autonomen Regionen sind nur in Ausnahmefällen erlaubt, und über die Ostertage sollen die Restriktionen noch einmal verschärft werden.

Die Balearen aber sind etwas glücklicher, die Inzidenz liegt nur bei einem Drittel des nationalen Durchschnitts, und die Insellage ermöglicht Sonderregeln. Nicht für die Spanier, die sollen möglichst zu Hause bleiben, damit nicht im ganzen Land eine vierte Welle anrollt. Aber Ausländer dürften kommen, wenn sie einen negativen PCR-Text vorlegen können.

Noch ist auf Mallorca nichts los. An der Playa de Palma, dem Lieblingsstrand der Deutschen, haben zurzeit nur zwei Hotels geöffnet. Doch das kann sich schnell ändern, wenn das Robert-Koch-Institut findet, dass die Balearen kein Risikogebiet mehr seien.

Der deutsche Reiseveranstalter Alltours hat am Montag in vorauseilendem Optimismus angekündigt, schon am kommenden Mittwoch seine Hotels an der Playa de Palma, in Alcudia und in Cala Millor zu öffnen. „Wir rechnen damit, dass die Reisewarnung für Mallorca in den kommenden Tagen aufgehoben wird“, sagte Alltours-Chef Willi Verhuven, „und haben beschlossen, schnell zu handeln.“

Der Konkurrent Tui will nicht viel langsamer sein. Am Samstag in zehn Tagen öffnet er seinen Robinson-Club Cala Serena im Südosten Mallorcas, eine Woche später starten die ersten Tui-Flüge von Düsseldorf, Frankfurt und Hannover Richtung Palma. „Wir kommen dem Wunsch unserer Urlauber nach und planen, ihnen einen Osterurlaub auf Mallorca zu ermöglichen“, sagte der Deutschland-Chef Marek Andryszak am Montag.

Entspannung ja – Entwarnung noch lange nicht

Urlaub wie in normalen Zeiten wird’s allerdings nicht sein. Im ganz Spanien gilt eine nächtliche Ausgangssperre, und die wird auch auf den Balearen nicht so schnell aufgehoben, wo man zurzeit ab 22 Uhr nicht mehr auf der Straße sein darf. Kneipen und Restaurants müssen am späten Nachmittag schließen.

Immerhin: Bis 17.15 Uhr ist ihnen erlaubt, Gäste an Tischen auf der Straße zu bedienen, und demnächst auch wieder beschränkt in ihren Innenräumen. Am Strand dürfen sich Gruppen mit höchstens sechs Leuten zusammentun – nichts für Partytouristen.

Die Rückkehr zu unbeschwerten Urlaubstagen auf Mallorca wird noch auf sich warten lassen. In der ganzen Europäischen Union geht’s nur langsam mit den Impfungen voran. Auf den Balearen ganz besonders langsam, wofür es keine gute Erklärung gibt, außer der einen: schlechte Organisation. Die Inseln sind in Sachen Corona-Impfung jedenfalls das Schusslicht unter allen spanischen Regionen.

Die spanische Tourismusministerin, Reyes Maroto, versucht, Hoffnung zu machen: Die Regierung erwarte für den April fünf Millionen Impfdosen, sagte sie diese Woche in einem Radiointerview. Entspannung ja, Entwarnung noch lange nicht. Von Montag auf Dienstag war die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen zum ersten Mal seit Wochen wieder ganz leicht – von 21,4 auf 22,18 – angestiegen.

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