Transparenz und Wahrheit

dzKommentar

AfD-Kreisvorsitzender Andre Ludwig will keine Öffentlichkeit beim Parteitag, der am Sonntag, 8. September, stattfindet. Dazu ein Kommentar von Redakteur Josef Barnekamp:

von Josef Barnekamp

Kreis Borken

, 03.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer sich ein Bild davon machen will, was die AfD von der Presse hält, der bekommt einen guten Eindruck davon auf den Social-Media-Auftritten der Partei, auch auf dem Facebook-Auftritt der Kreis-AfD. Da wird oft und gerne aus Zeitungen und anderen Medien zitiert – wenn es denn ins Weltbild der Partei passt: Es werden vor allem Berichte über Verbrechen zitiert und kommentiert – und die fast ausschließlich nur dann, wenn Menschen mit Migrationshintergrund die Taten begangen haben (könnten).

Und besonders gerne wird mit dem Finger auf Zeitungen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gezeigt und der absurde Vorwurf erhoben, die als „Lügenpresse“ beschimpften Journalisten würden nur die halbe Wahrheit sagen, viel verschweigen, häufig zensieren – und die AfD an den Pranger stellen.

Nun macht die Kreis-AfD mit ihrem Verhalten im Vorfeld des Kreisparteitages deutlich, dass sie es ist, die wenig von der Wahrheit hält (zu der auch die Berichterstattung in den Medien gehört), die Tatsachen verschweigt (nämlich wichtige Termine, zu denen alle anderen Parteien ganz selbstverständlich einladen) und am liebsten schon im Vorfeld zensiert (indem man droht, die Presse auszuschließen).

„Transparenz und Wahrheit sind für viele unserer Mitglieder sehr wichtig“, schrieb AfD-Kreissprecher Andre Ludwig unserer Redaktion. Man würde sich wünschen, er würde sich daran messen lassen.

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