Torbogen in Darfeld erinnert an Asyl für französische Ordensleute

Heimatgeschichte

1795 fanden Trappisten-Mönche und -Schwestern aus Frankreich Asyl in Darfeld. Daran soll künftig ein Torbogen erinnern. Das Geschichtsprojekt wird vom NRW-Heimatministerium gefördert.

Rosendahl

von Frank Wittenberg

, 26.09.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freuen sich auf die Aufwertung der Erinnerungsstätte Rosendahler Kreuz: Monika Klein (Vorsitzende Partnerschaftsverein) und Projektleiter Erich Gottheil (rechts).

Freuen sich auf die Aufwertung der Erinnerungsstätte Rosendahler Kreuz: Monika Klein (Vorsitzende Partnerschaftsverein) und Projektleiter Erich Gottheil (rechts). © Frank Wittenberg

Der besondere Zauber der Geschichte, der über diesem Ort liegt, soll künftig noch greifbarer werden. „Auch wenn hier damals alles zurückgebaut wurde“, sagt Monika Klein mit Blick auf das Rosendahler Kreuz. „Die Atmosphäre soll bald noch mehr zu spüren sein.“

Digital, aber auch ganz konkret: Die Erinnerungsstätte soll mit einer verkleinerten Form des Torbogens des französischen Klosters Notre Dame du Port du Salut in Entrammes aufgewertet werden, und der Spatenstich dazu erfolgt an einem geschichtsträchtigen Tag – dem 4. Oktober, exakt 50 Jahre nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde auf Schloss Darfeld.

Über 200 Jahre alte Bezüge zu Frankreich

Der Ursprung dieser besonderen deutsch-französischen Beziehung reicht bis in Jahr 1795 zurück, als Trappisten in Rosendahl Asyl bekamen, nachdem in Frankreich alle Klöster zwangsaufgelöst worden waren. Die Mönche und Schwestern bekamen vom Grafen Droste zu Vischering eine Parzelle, auf der sie ein Kloster mit Nebengebäuden erreichten durften – dort fanden sie bis 1825 eine Heimat, ehe die letzten Trappisten nach Frankreich zurückkehrten, wo in Entrammes die besagte Abtei eingeweiht wurde.

„Es gibt Unterlagen aus dem Urkataster von 1823, in dem die Gebäude aufgezeichnet sind“, erklärt Erich Gottheil, der viele Jahre Vorsitzender des Partnerschaftskomitees war. Vor der Rückkehr nach Frankreich sei aber alles wie vereinbart zurückgebaut wurden – deshalb gebe es kaum noch konkrete Spuren.

NRW-Heimatministerium fördert Projekt

An der besonderen Bedeutung dieser Erinnerungsstätte, die 1984 mit dem Rosendahler Kreuz angelegt wurde, ändert das aber nichts. Folglich kam die Idee, sie um ein identitätsstiftendes Bauwerk zu ergänzen – aufgrund des einzigartigen geschichtlichen Hintergrunds zu 90 Prozent finanziell gefördert vom Heimatministerium des Landes NRW aus dem Programm Heimat-Zeugnis. „Wir holen ein Stück Entrammes hierher“, verweist Gottheil auf die Verbindung zum dortigen Kloster, das von den aus Rosendahl zurückgekehrten Mönchen wiederbelebt worden sei. „Deshalb passt ein Nachbau des Portals hervorragend hierher.“

Während der Torbogen verkleinert in Sandstein errichtet wird, erhält er im oberen Dreieck eine besondere Replik: die Vergrößerung der Mutter Gottes, die 1825 als Geschenk der Mönche an einer Rosendahler Familie übergeben wurde und die noch im Original erhalten ist.

Torbogen ist mehr als nur Beiwerk

Für die Verantwortlichen um Monika Klein als Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und Erich Gottheil als Projektleiter stellt der Torbogen viel mehr als „nur“ ein Bauwerk dar, das die Erinnerungsstätte optisch aufwertet. „Wir möchten hier auch einen schulischen und außerschulischen Lernort einrichten, der Generationen verbindet und eine spannende Spurensuche ermöglichst“, sagt Monika Klein.

Sie verweist auf zwei Sandsteinblöcke mit weiteren Informationen, die gegenüber des Eingangs aufgestellt werden sollen – inklusive Bronzereliefs und QR-Codes. Ein zusätzlicher Anreiz, sich auch digital mit der Geschichte der Partnerschaft zu beschäftigen, lächelt sie: „Jedes Kind sollte einmal hier vor Ort gewesen sein und wissen, was damals passiert ist.“

Partnerschaftsfest zum Jubiläum kann wegen Corona nicht stattfinden

Ein großes Fest, wie es zum 50-jährigen Jubiläum der Partnerschaft schon zu Christi Himmelfahrt geplant war, kann angesichts der Corona-Pandemie nicht stattfinden. „Wir nutzen aber trotzdem die Gelegenheit, das Projekt an diesem besonderen Tag offiziell zu starten“, blickt Erich Gottheil auf den Sonntag (4. 10.). Dann werde in Anwesenheit der NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, am Klosterweg der Spatenstich erfolgen – in kleiner Runde, ebenso wie zuvor bei einem kleinen Empfang auf Schloss Darfeld, der Stätte der Urkundenunterzeichnung 1970. „Die große Feier werden wir nachholen“, verspricht Monika Klein. Ohne Corona, spätestens im Frühjahr 2022, wenn am Rosendahler Kreuz „Europa am Wegesrand“ im wahrsten Sinne begreifbar wird.

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