Tarifeinigung für Stahlbranche – IG Metall spricht von einem "Kompromiss"

IG Metall

Die Tarifverhandlungen für die nordwestdeutsche Stahlindustrie sind beendet. Sie standen im Lichte der existenzbedrohenden Corona-Krise. Die IG Metall spricht von einem "fairen Kompromiss".

Düsseldorf

27.03.2021, 09:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tarifeinigung für Stahlbranche – IG Metall spricht von einem "Kompromiss"

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Bei den Tarifverhandlungen für die nordwestdeutsche Stahlindustrie gibt es eine Einigung über einen neuen Tarifvertrag. Arbeitgeber und IG Metall vereinbarten am Samstagmorgen Einmalzahlungen für die rund 70 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, wie beide Seiten mitteilten.

Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro

Die Beschäftigten erhalten zum 30. Juni 2021 eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro. Daneben vereinbarten Arbeitgeber und Gewerkschaft eine weitere Einmalzahlung von 600 Euro, die zunächst in Teilbeträgen überwiesen und ab 2023 jedes Jahr ausgezahlt wird. Diese wiederkehrenden Zahlungen können zur Beschäftigungssicherung in Freizeit umgewandelt werden.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Mai 2022. Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach einer Tariferhöhung im Volumen von vier Prozent in die Verhandlungen gegangen. In Betrieben mit schlechter Auftragslage sollte das Geld auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können.

IG Metall sieht "einen verantwortungsvollen und fairen Kompromiss"

Der nordrhein-westfälische Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, nannte die Einigung "einen verantwortungsvollen und fairen Kompromiss". Die Löhne und Gehälter stiegen durch den neuen Tarifvertrag dauerhaft. Positiv sei auch, dass die Auszubildenden und die unteren Entgeltgruppen überproportional von diesem Verhandlungsergebnis profitierten.

Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Stahl, Heinz Jörg Fuhrmann, sagte, der Tarifvertrag diene dem Erhalt der finanziellen Handlungsfähigkeit der Unternehmen angesichts der existenzbedrohenden Substanzverluste in der Corona-Krise.

dpa

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