Täglicher Stau nervt Anwohner auf der Schwanenstraße in Bocholt

dzVerkehr

Die Anwohner der Schwanenstraße sind sauer. Seit anderthalb Wochen staut sich vor ihren Haustüren der Verkehr. Grund ist die Baustelle auf der Werther Straße.

von Jochen Krühler

Bocholt

, 20.08.2020, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Umleitung führt den Autoverkehr stadtauswärts über die Schwanenstraße und den Westring zur „Biketown-Kreuzung“. „Es ist ein absolutes Verkehrschaos“, sagt Alexandra Poppe, die an der Schwanenstraße wohnt. Die Anwohner müssten ein Vielfaches des üblichen Lärms ertragen, dazu kämen die Abgase, berichtet sie. „An Lüften ist zurzeit gar nicht zu denken.“ Bei der Hitze in der vergangenen Woche sei das unerträglich gewesen.

Besonders schlimm im Berufsverkehr

Das Schlimmste seien die Lkw, die jetzt verstärkt über die Schwanenstraße fahren, sagt Alexandra Poppe. „Die donnern hier auch nachts durch.“ Besonders schlimm sei es im Berufsverkehr, sagt Nachbar Andreas Wenning. „Ab fünf Uhr morgens geht es hier los“, berichtet er.

Auf der Werther Straße wird derzeit die Einmündung der Isselburger Straße umgebaut. Dort entsteht eine neue Ampelanlage. Deshalb ist die Werther Straße stadtauswärts gesperrt. Nur stadteinwärts fließt der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbei. Wer von der Innenstadt Richtung Autobahnzubringer will, wird über die Schwanenstraße umgeleitet. Noch bis zum 10. Oktober soll das so gehen.

Auf der Werther Straße wird der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt – allerdings nur stadteinwärts.

Auf der Werther Straße wird der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt – allerdings nur stadteinwärts. © Jochen Krühler

Auch die Stadtverwaltung hat festgestellt, dass es durch die Umleitung „zu einer deutlich höheren Belastung“ auf der Schwanenstraße gekommen sei, teilt die städtische Verkehrsabteilung auf Anfrage mit. Man habe deshalb am Dienstagmittag in Absprache mit Straßen NRW die Ampelschaltung an der Kreuzung von Schwanenstraße und Westring so geändert, „dass der Verkehr aus der Schwanenstraße heraus nun besser abfließen kann“, heißt es.

Modifikation der Ampel

„Wir haben den Bereich in den letzten Tagen mehrmals täglich beobachtet und durch die Modifikation der Ampel – zumindest außerhalb der absoluten Spitzenzeiten – eine Verbesserung für die Schwanenstraße festgestellt.“ In den Spitzenzeiten, wenn auch der Westring hoch frequentiert ist, werde es aber kurzzeitig immer wieder zu einem Rückstau auf der Schwanenstraße kommen.

Tatsächlich reiht sich auch nach der Änderung nachmittags um 17 Uhr auf der Schwanenstraße Blech an Blech. Der Rückstau reicht von der Ampel am Westring bis beinahe zu der Stelle, wo die Schwanenstraße von der Werther Straße abzweigt. Fast alle Autos wollen am Westring links abbiegen, doch oft schaffen es nur drei oder vier über die kurze Grünphase der Ampel. Stop-and-Go vor der Haustür.

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Willi Flaswinkel, ebenfalls Anwohner der Schwanenstraße, versteht nicht, warum auf der Werther Straße der Verkehr nicht auch stadtauswärts an der Baustelle vorbeigeleitet wird. „Die Straße ist dort so breit, da kann man doch beide Fahrtrichtungen aneinander vorbeiführen“, meint er. Man könne doch nicht die Hauptausgangsstraße von Bocholt zur Einbahnstraße machen. Flaswinkel: „Und dann den kompletten Verkehr durch die Siedlung zu führen, das geht gar nicht.“

Diese Möglichkeit sei zuerst geprüft worden, habe sich aber aufgrund der langen Räumwege im Baustellenbereich als „nicht sinnvoll“ herausgestellt, teilt die Stadt dazu mit. Die Freigabezeiten der Baustellen-Ampel auf der Werther Straße wären dann so gering, dass die Verkehre in beiden Richtungen nicht abgewickelt werden könnten, ohne dabei erhebliche Staus zu verursachen.

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