Sylt, Büsum, Timmendorfer Strand: Hier ist Urlaub an Nord- und Ostsee ab 19. April möglich

Urlaub

An der Nord- und Ostsee wurden vier Modellregionen bekanntgegeben, in denen ab dem 19. April wieder Urlaub möglich sein soll. Das letzte Wort haben dabei jedoch die örtlichen Gesundheitsämter.

Kiel

10.04.2021, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In vier ausgewählten Modellregionen an der Nord- und Ostsee ist Urlaub bald wieder möglich.

In vier ausgewählten Modellregionen an der Nord- und Ostsee ist Urlaub bald wieder möglich. © picture alliance/dpa

Urlaub an der Ostsee und Nordsee ist ab dem 19. April wieder möglich, zumindest in vier ausgewählten Modellregionen. Das hat der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bekannt gegeben. Demnach startet der Tourismus in der inneren Lübecker Bucht, im Kreis Nordfriesland inklusive Sylt, in Büsum und in der Schleiregion mit Eckernförde. Das berichtet die „Ostsee-Zeitung“ (OZ). Unter anderem die Nordseeinsel Helgoland, die Gemeinden Wangels und Grömitz sowie die Stadt Kiel hatten das Nachsehen.

Lübecker Bucht: „Mutige“ Entscheidung, da Tagestourismus nicht kalkulierbar ist

Während die meisten Regionen und Orte bereits am 19. April wieder Touristen empfangen sollen, müssen sich Sylt-Urlauber noch bis 1. Mai gedulden. Dann soll dort die Saison eröffnet. Der Modellversuch sieht unter anderem eine deutlich höhere Testkapazität vor, die vorsichtigen Öffnungen sollen unter wissenschaftlicher Beobachtung stattfinden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes.

Dass die Lübecker Bucht, die übrigens nicht die Stadt Lübeck einbezieht, ausgewählt wurde, kommt für manch einen Experten überraschend. Denn die Orte Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin sind nicht nur bei Übernachtungsgästen, sondern auch bei Tagesausflüglern sehr beliebt.

Da der Tagestourismus kaum kalkulierbar ist, sei der Schritt „mutig“, so Buchholz. Man wollte dieses Gebiet nun als Beispiel heranziehen, wie Tourismus „unter schwierigen Bedingungen einer hohen touristischen Frequenz“ gelingen könne, wird Buchholz in der zitiert.

Sylt überzeugte mit Teststrategie und der Kontaktnachverfolgung

Sylt hingegen sei bereits Vorreiter beim Thema Corona-Tests und habe sich früh dafür entschieden, die App Luca zur Kontaktnachverfolgung zu nutzen. Das schaffe optimale Ausgangsvoraussetzungen. Bei der Nordseegemeinde Büsum im Landkreis Dithmarschen hofft man, dass Erfahrungen aus dem Vorjahr einfließen können – schon im Sommer 2020 waren dorthin viele Übernachtungs- sowie Tagesgäste gekommen, ein selbst finanzierter Securityservice sollte das Infektionsrisiko senken.

Als vierte Region wurden 75 Kommunen in zwei Landkreisen ausgewählt – die Schleiregion mit Eckernförde ist damit das größte Modellgebiet in Schleswig-Holstein. Hier wollen die Initiatoren vor allem auf Ferienwohnungen und Ferienhäuser setzen. Eckernförde wurde als einzige Stadt in dem Konzept mit aufgenommen, dadurch erhofft sich die Landesregierung Erkenntnisse auch für andere Städte.

Modellprojekte können jederzeit abgebrochen werden

Wirtschaftsminister Buchholz machte allerdings deutlich, dass die vier Modellversuche angesichts aktueller Entwicklungen auch abgesagt werden könnten. „Das heißt auch, dass im Ernstfall – unabhängig vom Inzidenzwert eines Kreises – jedes Modellprojekt durch das Veto des örtlichen Gesundheitsamtes abgebrochen werden kann und die Gäste nach Hause geschickt werden“, wird der Minister zitiert. Zudem könnten die Gesundheitsämter vor Ort auch vor Testbeginn die Modellphasen verhindern.

Zwölf Regionen hatten sich bis Donnerstag als Tourismusmodellregion beworben. Eigentlich sollte das Ergebnis in der kommenden Woche vorgestellt werden, in Rücksprache mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein. Durch die „guten und ambitionierten Konzepte“ der vier Sieger, sagte Buchholz, gehe man davon aus, „dass ein sicherer Tourismus trotz Pandemie möglich ist.“

RND

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