Surfen für den guten Zweck: fünf nachhaltige Google-Alternativen

Internet

Wer durch das Internet surft, kann dabei etwas Gutes tun. Nachhaltige Suchmaschinen bieten Alternativen zu Google, Bing und Co. und unterstützen weltweite Projekte. Ein Überblick.

13.09.2020, 15:59 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zu Google gibt es bei den Suchmaschinen einige Alternativen.

Zu Google gibt es bei den Suchmaschinen einige Alternativen. © picture alliance/dpa

Die Suchmaschine ist für jeden Internetnutzer zum ständigen Begleiter geworden. Während Webadressen früher aufwendig in die Browserleiste getippt wurden, reicht heute die schnelle Stichwortsuche, um zu einer passenden Seite zu gelangen. Der Vorgang dauert nur wenige Millisekunden und benötigt dabei jedes Mal Strom. 1000 Anfragen bei Marktführer Google verbrauchen etwa so viel Energie wie eine halbe Stunde Bügeln. Im Jahr 2018 lag die Zahl der Google-Suchabfragen pro Minute laut Statista bei rund 3,8 Millionen. Diese benötigen etwa so viel Strom wie ein Ein-Personen-Haushalt in einem halben Jahr.

Tatsächlich tut Google bereits viel für seine Ökobilanz. Das Unternehmen ist der weltweit größte Abnehmer von grünem Strom. Seit zwei Jahren deckt der Suchmaschinengigant eigenen Angaben zufolge seinen kompletten Verbrauch durch erneuerbare Energien ab.

Bedenklicher ist hingegen Googles Umgang mit persönlichen Daten. Ob über den Browser Chrome, die Suchmaschine, Youtube oder Maps: Zahlreiche Dienste des Konzerns lesen und werten die Daten der Nutzer aus. Einsicht in die gesammelten Informationen gewährt Google dabei kaum.

Als Alternative zu großen Suchmaschinen trauen sich weltweit immer mehr kleinere Unternehmen mit eigenen Search Engines auf den Markt. Einige von ihnen haben sich dabei gemeinnützigen Zwecken verpflichtet. Dabei stehen vor allem Umweltschutz und karitative Bestreben im Vordergrund. So lässt sich während des Stöberns im Internet auch Gutes tun.

Ekoru

Die Malaysierin Alison Lee und ihr Mann Ati Bakush haben die alternative Suchmaschine Ekoru gegründet. Sie wurde erst in diesem Jahr ins Leben gerufen und soll dabei helfen, die Ozeane zu schützen. 60 Prozent der Einnahmen aus den Suchabfragen werden an Meeresschutzprojekte gespendet. „Durch unsere Suchmaschine wird mit jeder Suche ein kleiner Beitrag für den Schutz der Meere geleistet. Finanziert wird das durch Werbepartner und gesponsorte Links, ähnlich wie Google Ads“, sagt Gründer Bakush gegenüber „Business Punk“. In gleichen Teilen unterstützt Ekoru die Organisationen Big Blue Ocean Cleanup und Operation Posidonia. Die Server des Unternehmens werden mit Wasserkraft betrieben und mit Wasser gekühlt. Zudem nutzen die Rechenzentren natürliche Luftströme statt Klimaanlagen, was den Stromverbrauch verringert.

Ecosia

2009 gründete der deutsche Unternehmer Christian Kroll die Suchmaschine Ecosia.org mit Fokus auf den Umweltschutz. Unter dem Motto „die Suchmaschine, die Bäume pflanzt“ unterstützt das Unternehmen gemeinnützige Organisationen wie The Nature Conservancy oder Weforest, die sich der Wiederaufforstung widmen. Wie andere Suchmaschinen auch, generiert Ecosia seine Einnahmen aus eingeblendeten Werbeanzeigen. 80 Prozent der Gewinne werden dabei an grüne Projekte gespendet. Den Stromverbrauch deckt Ecosia mit Ökostrom von Greenpeace Energy sowie eigenen Solaranlagen. Zudem legt das Unternehmen seine monatlichen Finanzberichte offen. So können Nutzer einsehen, wie viel Geld an welche Organisationen fließt. Im Juli 2020 gab Ecosia an, 100 Millionen Bäume gepflanzt zu haben.

Gexsi

Mit einer Suchanfrage bei Gexsi.com unterstützen Nutzer gezielt soziale Projekte und Unternehmen. Die Einnahmen fließen unter anderem in die Förderung von Start-ups, die die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erfüllen. Alle zwei Wochen stellt die Suchmaschine der Gründer Andreas Renner, David Diallo und Kevin Fuchs ein neues Projekt vor, das sich Themen wie humanitärer Hilfe, Gesundheit, Bildung oder Umweltschutz widmet. „Die von uns unterstützten Projekte profitieren nicht allein von dem Geld, das wir mithilfe der Suchmaschine generieren, sondern auch durch die Sichtbarkeit, die wir ihnen geben. Auch wählen wir gezielt Projekte aus, die Denkanstöße geben und unsere Nutzer inspirieren“, sagt Renner gegenüber dem Murmann-Verlag. Gexsi wirbt zudem damit, keine Nutzerdaten zu erheben und hat keine Einsicht in getätigte Suchanfragen. Die Suche erfolgt über CO₂-neutrale Server. Zudem werden die getätigten Investitionen und Spenden regelmäßig veröffentlicht.

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Lilo

Seit 2015 ist die französische Suchmaschine Lilo.org online. Bisher hat das Unternehmen mehr als 3 Millionen Euro gespendet. 50 Prozent der Gewinne fließen in verschiedene nachhaltige Projekte aus unterschiedlichen Bereichen, 30 Prozent werden genutzt, um die Kosten zu decken, 20 Prozent fließen in Werbung. Die Nutzer können mit ihren Suchanfragen sogenannte „Tropfen“ sammeln, die sie anschließend eigenständig an favorisierte Projekte verteilen. Bei Lilo werden keine Verlaufsdaten oder persönlichen Nutzerdaten gespeichert. Für die Analyse der Daten nutzt die Maschine eigene Werkzeuge. Zu seiner Energieeffizienz macht das Unternehmen keine Angaben.

Givero

Die dänische Suchmaschinenalternative Givero unterstützt ebenfalls nachhaltige Projekte. 50 Prozent der Gewinne werden an wohltätige Organisationen gespendet. Dabei kann der Nutzer selbst entscheiden, welchen guten Zweck er unterstützt. Unter anderem stehen die Eden Reforestation Projects, The Ocean Cleanup oder die World Animal Protection zur Auswahl. „Wir sind keine anonyme Suchmaschine, denn keine Suchmaschine erfüllt das“, schreiben die Gründer auf ihrer Website. Dennoch sammelt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge keine persönlichen Profile, keine exakten Ortungsdaten und keine persönlichen Suchhistorien. Givero wird zudem zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben.