Südkirchener Familien gehört Schafsherde am Seniorenhaus Nordkirchen

dzLandleben

Über Nacht standen am 3. Mai fünf Schafe auf der Wiese am Seniorenhaus im Mühlenpark. Dahinter stecken zwei Südkirchener Familien und eine, nach eigener Aussage, „relativ bekloppte Idee“.

Nordkirchen

, 10.05.2020, 07:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bewohner des Seniorenhauses Nordkirchen im Mühlenpark haben Anfang Mai ungewöhnliche aber sehr willkommene Nachbarn bekommen. Fünf Barbados-Blackbelly-Schafe stehen seit der Nacht vom 2. auf den 3. Mai auf der Wiese neben dem Seniorenhaus. Den Ursprung dieser Nachbarschaft nennt einer der Initiatoren ganz offen „eine relativ bekloppte Idee“. Aber eine, die in vielerlei Hinsicht Gutes bewirken soll.

Sebastian Welling und Robin Berkemeier wohnen beide in Südkirchen, sind Nachbarn und wollten ihren Kindern (zwischen drei und vier Jahren) einerseits Verantwortung beibringen, andererseits auch schöne, naturverbundene Erfahrungen ermöglichen, wie Robin Berkemeier (30) im Gespräch berichtet. Eine Schafherde in der Nähe habe die beiden Familienväter auf die Idee gebracht, sich um eine eigene Schafherde zu kümmern.

Die beiden Südkirchener Familienväter haben für die Schafe bereits Unterstände gebaut.

Die beiden Südkirchener Familienväter haben für die Schafe bereits Unterstände gebaut. © Robin Berkemeier

Nachdem beide Familien den Entschluss gefasst haben, stellte sich allerdings die erste Herausforderung: Wo soll die Herde stehen? „Wir haben Monate nach einer geeigneten Fläche gesucht“, sagt Berkemeier. Dann habe sich die Möglichkeit ergeben, die Wiese neben dem Seniorenhaus zu nutzen.

Sofort hätten sich Berkemeier und Welling im Anschluss über Schafrassen und deren Pflege erkundigt. Immerhin sind beide noch Anfänger was die Schafspflege angeht.

„Wir haben Monate nach einer geeigneten Fläche gesucht.“
Robin Berkemeier

Nach langer Recherche und vielen Gesprächen mit Experten und Züchtern sind die beiden Familien auf die Rasse Barbados-Blackbelly aufmerksam geworden. Die Tiere klingen nicht nur nach Karibik, die 430 Quadratkilometer große Insel nordöstlich von Venezuela ist auch die Heimat der Schafsrasse. „Für uns Anfänger hat sie mehrere Vorteile“, erklärt der 30-Jährige. Der Größten: Die Schafe müssen nicht geschoren werden und sind zutraulich, so Berkemeier.

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Bis nach Barbados mussten die beiden Südkirchener allerdings nicht fliegen, um ihre fünf Schafe zu holen. In Regensburg fanden die Familien dann einen passenden Züchter. Mit einem Tieranhänger ging es um 3 Uhr morgens nach Bayern.

Seitdem stehen die Schafe neben dem Altenhilfezentrum, wo sie mit wachsender Begeisterung als neue Nachbarn aufgenommen werden.

„Die Reaktion der Bewohner ist dabei das Schönste“, sagt Berkemeier. Die ganze Idee sei natürlich auch eng mit dem Seniorenhaus abgesprochen worden. Schon jetzt, nach wenigen Tagen, zeige sich, dass das Interesse der Bewohner immer größer werde.

So groß die Freude über die Tiere auch sei, bitten Berkemeier und Welling, die Tiere nicht mit Brot oder Essensresten zu füttern. Das könne bei Wiederkäuern, vor allem wegen der Hefe im Brot, tödlich enden. Dem Altenhilfezentrum hätten die Südkirchener bereits spezielles Tierfutter zur Verfügung gestellt. Jetzt sollen sich die Tiere erst einmal an das neue Zuhause gewöhnen. Und die neuen Nachbarn aneinander.

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