Südafrika: Zwei Tage altes Baby mit Corona-Infektion gestorben

Coronavirus

Ein Neugeborenes in Südafrika ist mit Lungenproblemen auf die Welt gekommen und nach zwei Tagen gestorben. Bislang gelten Corona-Todesfälle bei Babys und Kindern als selten.

Johannesburg

22.05.2020, 08:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
In der Regel verläuft eine Corona-Infektion bei Kindern eher mild. (Symbolbild)

In der Regel verläuft eine Corona-Infektion bei Kindern eher mild. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

In Südafrika ist nach Behördenangaben ein zwei Tage altes Baby gestorben, das mit dem Coronavirus infiziert war. Wie Gesundheitsminister Zweli Mkhize am späten Mittwochabend bekanntgegeben hatte, handelte es sich um eine Frühgeburt. Das Neugeborene war mit Lungenproblemen auf die Welt gekommen - die Mutter war mit dem Coronavirus infiziert.

Corona-Todesfälle von Babys sind äußerst selten. Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC betonte am Donnerstag, es handele sich um den ersten derartigen Fall, der auf dem Kontinent bekannt wurde.

Einen ähnlichen Fall gab es zuletzt in den USA: Dort meldeten Ende März die Behörden im Bundesstaat Illinois, dass offenbar ein Säugling an Covid-19 erkrankt und in der Folge gestorben ist. Es war in dem Fall aber unklar, ob das Neugeborene am Ende tatsächlich an Corona gestorben ist oder einer anderen Erkrankung.

Die Regierung in Südafrika hat seit Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine strenge Ausgangssperre verhängt. Millionen Südafrikaner in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen seitdem um ihr Überleben; Armut und Nahrungsmittelsicherheit haben sich dramatisch verschlechtert. Südafrika hat bisher 18.003 Infizierte und 339 Covid-19-Tote gemeldet.

Kawasaki-ähnliches Syndrom bei Kindern festgestellt

Sorge bereiten weltweit Berichte von Kindern mit schweren Entzündungen ähnlich dem Kawasaki-Syndrom. Wie Ärzte aus dem italienischen Bergamo zuletzt im Fachblatt „The Lancet“ berichten, könnte das Phänomen tatsächlich mit Covid-19 in Verbindung stehen. Die Mediziner betonen aber, dass nur ein geringer Anteil jüngerer Patienten betroffen sei.

In der Regel verläuft eine Corona-Infektion bei Kindern aber eher mild. Das bestätigt auch eine Studie aus der Millionenmetropole Shenzhen, die auf dem Preprint-Server MedRxiv publiziert wurde. Analysiert wurden knapp 400 Infizierte und ihre fast 1300 Kontakte. „Wir zeigen, dass Kinder ein ähnliches Infektionsrisiko haben wie die Allgemeinbevölkerung, obwohl es weniger wahrscheinlich ist, dass sie schwere Symptome haben“, heißt es in den Ergebnissen.