Studieren bei minus 30 Grad

Julia Schubinski fliegt nach Sibirien

Sportler gehen vor einem Wettkampf gern ins Trainingslager. Julia Schubinski tut das auch, wenn auch anders. Die 22-jährige Studentin übt sich zurzeit im Aushalten von arktischen Temperaturen. Das hat sie auch bitter nötig. Am Mittwoch sitzt sie im Flieger Richtung Sibirien.

MARL

von Von Claus Pawlinka

, 31.01.2012, 18:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Marlerin Julia Schubinski absolviert im Rahmen ihres Dualen Studiums ein Auslandssemester in Sibirien. Zur Vorbereitung auf den Aufenthalt liest sie russische Lektüre.  Foto: Claus Pawlinka

Die Marlerin Julia Schubinski absolviert im Rahmen ihres Dualen Studiums ein Auslandssemester in Sibirien. Zur Vorbereitung auf den Aufenthalt liest sie russische Lektüre. Foto: Claus Pawlinka

Wenn sie dort ankommt, werden ihr minus zehn Grad frühlingshaft warm vorkommen. In Jekaterinenburg geht das Thermometer viel tiefer in den Keller. Eine Temperatur von minus 25 bis 30 Grad erwartet die junge Frau dort. Julia Schubinski wird fünf Monate in der russischen Metropole leben – und studieren. Die 22-Jährige absolviert zurzeit ein Duales Studium in Brühl. Belegt hat sie das Fach „Handelsmanagement“. Vorgeschrieben ist ein  Auslandssemester. Ihre Wahl fiel auf die Uni in Jekaterinenburg, wo das Fach ebenfalls angeboten wird. Hintergrund: Julia Schubinski war bereits zweimal in Russland. 2006 nahm sie an einem Schüleraustausch teil, der sie für ein Jahr nach Wolgograd führte. 2008 besuchte mit einer Gruppe ihrer ehemaligen Schule, dem Geschwister-Scholl-Gymnasiums, für eine Woche Nowosibirsk, um dort die totale Sonnenfinsternis zu erleben. „Ich mag das Land“, sagt sie – und deshalb zieht es sie immer wieder dorthin. Dass sie in dem Schüleraustauschjahr ziemlich gut russisch sprechen gelernt hat, kommt ihr nun entgegen. Trotzdem hat sie schon bisschen Bammel. „Ich habe doch einiges vergessen,“ sagt die 22-Jährige. Dennoch hofft sie, von Anfang an gut klarzukommen. Muss sie auch. Denn nach der Ankunft geht es sofort an die Uni, wo sie ihren Stundenplan zusammenstellt. Wohnen wird sie in den fünf Monaten in einem Studentenheim. „Ich werde mich bemühen, schnell Kontakt zu den anderen zu bekommen.“ Ihre Betreuerin, die sie von der Universität zugewiesen bekommen hat, spricht deutsch, steht ihr bei Problemen zur Seite. „Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit“, sagt Julia Schubinski.  

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