Studie für Ruhr 2010: Kulturbesuche scheitern oft an Zeit und Geld

ESSEN Alltags- und Hochkultur miteinander zu verknüpfen und Barrieren für die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen abbauen - so lauten die Anliegen der RUHR.2010 GmbH.

von Von Michael Billig

, 08.07.2008, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oliver Scheytt, Geschäftsführer von RUHR.2010

Oliver Scheytt, Geschäftsführer von RUHR.2010

Das schlussfolgert Geschäftsführer Oliver Scheytt (Foto) aus der Studie "Kulturelle Partizipation im Ruhrgebiet", die gestern auf einer Pressekonferenz beim Regionalverband Ruhr in Essen vorgestellt wurde. Die Ergebnisse aus einer Umfrage im Raum Essen und Telefoninterviews quer durch das Ruhrgebiet zeigen: Kultur ist den Bewohnern des einst größten Industriegebietes Europas wichtig, für Theater und Ausstellungen gibt es ein großes Interesse, aber für Besuche fehlt es an Zeit und Geld.

Beides hängt stark vom Bildungsgrad ab. Während Menschen mit Hochschulreife nur zu neun Prozent sagten, es scheitere an den Finanzen, waren es bei denen mit Hauptschulabschluss 25 Prozent. Das Hauptargument ist jedoch der Zeitfaktor.

Es gelte das Potenzial abzurufen

Auf die Frage, welche Veranstaltungen sie in den vergangenen zwölf Monaten am häufigsten besucht haben, antworten die meisten: Kino und Volksfeste. Das Kulturhauptstadt-Marketing ist also besonders gefordert. "Das Potenzial ist da. Jetzt gilt es, das zu mobilisieren", sagte Prof. Birgit Mandel, die mit ihren Studierenden an der Universität Hildesheim die Studie im Auftrag von RUHR.2010 realisierte.

Am Telefon wurden insgesamt 1000 Leute befragt, 68 Prozent von ihnen gaben an, schon einmal etwas von der Kulturhauptstadt Europas 2010 gehört zu haben. Immerhin. Beinah genauso viele können sich vorstellen, Veranstaltungen im Jahr 2010 zu besuchen. Dabei wünscht sich die Mehrzahl neben einem positiveren Image fürs Ruhrgebiet, wirtschaftlichem Aufschwung und Stadtverschönerungen vor allem mehr kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche.

"Etwas Schönes gemeinsam zu erleben ist das Motiv. Der Museumsbesuch ist ein soziales Ereignis", sagte Scheytt gestern und kündigte an, für Familien besonders attraktive Angebote zu machen. Mandel hatte zuvor schon betont: "Wer einen kulturellen Wandel will, muss die Bevölkerung mit einbeziehen."