Streuobstwiesen in Nordkirchen: Hier können Bürger kostenlos Obst pflücken

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Obst zum selber Pflücken. In Nordkirchen gibt es einige Stellen, wo Bürger beherzt bei Obstbäumen zugreifen können. Wir erklären, was hinter dem Konzept steckt und wo es die Wiesen gibt.

Nordkirchen

, 26.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Äpfel, Kirschen oder Pflaumen. „Bei 70 Prozent der Deutschen stehen Gemüse und Obst auf dem täglichen Speiseplan“, heißt es im Ernährungsreport 2020, den das Bundeslandwirtschaftsministerium herausgibt. Das gelte sogar für alle Altersgruppen. Wobei Befragte ab 60 Jahren mit 74 Prozent sogar überdurchschnittlich oft zu Obst und Gemüse greifen, wie es in dem Bericht heißt.

Dabei muss das Obst aber weder von weit weg kommen - wie aus Neuseeland oder Mexiko - noch muss es teuer sein. Das zeigen zum Beispiel Streuobstwiesen. Wir haben Fragen und Antworten zum Thema zusammengefasst.

? Was sind Streuobstwiesen?

Der Name kommt nicht daher, dass das Obst bunt auf den Wiesen verstreut ist, sondern bezieht sich auf den Standort der Bäume: „Streuobstwiesen bestehen aus zahlreichen verstreut wachsenden Obstbäumen verschiedener Sorten,“ erklärt Janine Eßmann, die Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Nordkirchen. Die Flächen sind frei zugänglich und Bürger können sich dort Obst für den Eigengebrauch mitnehmen. Der Naturschutzbund Nabu beschreibt Streuobstwiesen als „naturverträgliche, faszinierende und landschaftlich sehr reizvolle Kulturform.“ Und auch eine sehr alte: Schon zu Urzeiten existierte der Obstbau in Deutschland, mit den Urformen von Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und Walnus, wie der Nabu schreibt. Später wurde der Obstbau von den Römern noch weiter kultiviert.

? Leckeres Obst zum Mitnehmen - das klingt gut. Gibt es denn noch mehr Argumente für Streuobstwiesen?Die Wiesen liefern nicht nur frisches Obst, „sondern sie bieten auch zahlreichen Tieren und Pflanzen einen bedeutsamen Lebensraum“, erklärt Janine Eßmann. Insbesondere durch die Errichtung neuer Baugebiete wurden in den letzten Jahren Flächen verbraucht. Um diese Flächen wieder auszugleichen, habe die Gemeinde Streuobstwiesen errichtet. Doch nicht nur dieser Gedanke stecke dahinter. „Es gibt auch Flächen, die aus rein ökologischen Gründen und zur Anreicherung der Natur geschaffen wurden“, so die Klimaschutzbeauftragte. Zu nennen sind hier unter anderem auch Obstbaumreihen, die entlang von Straßen und Wegen errichtet wurden. „Diesen Weg wollen wir auch bei zukünftigen Ausgleichsflächen gehen“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann dazu.

? Wie viele Streuobstwissen gibt es denn in Nordkirchen?

In Nordkirchen gibt mehr als zehn Streuobstwiesen, sagt Janine Eßmann. Von Apfelbäumen bis Esskastanien sei in der Schlossgemeinde unterschiedliche Streuobstbäume zu finden.

? Und wo genau finde ich die Bäume?

Öffentlich zugängliche Obstbaumwiesen und -reihen sind in der Gemeinde unter anderem an folgenden Orten zu finden. Auf der Grünfläche des Regenrückhaltebeckens an der Selmer Straße in Südkirchen sind neben Bäumen der Gemeinde auch Hochzeitsbäume und weitere privat gepflanzte Bäume zu finden. „Ein Südkirchener Bürger verwendet dieses frische Obst zum Beispiel für die eigene Herstellung verschiedener Obstbrände“, so Janine Eßmann.

  • An der Gesamtschule (zwischen Schulhof und Pferdewiese)
  • An der Spatzenvilla am Hirschpark
  • Am Wirtschaftsweg Berger
  • Im Baugebiet Auf dem Hegekamp
  • Am Fußweg zwischen der alten Kläranlage und dem Baugebiet Lohkamp
  • Am Wirtschaftsweg Zum Brotacker
  • Im Dorfpark in Capelle

? Gibt es denn etwas zu beachten, wenn man Obst auf den Streuobstwiesen pflücken möchte?

„Auf einigen Flächen werden private Weidetiere, wie zum Beispiel Schafe, Ziegen oder Pferde gehalten“, erklärt Janine Eßmann. Zum Schutz dieser Tiere und auch zum eigenen Schutz solle vor dem Betreten dieser Wiesen die Gemeinde kontaktiert werden. Auch die Kinderheilstätte leistet mit einer Streuobstwiese auf dem eigenen Gelände bereits einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

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