Streit um Erbe von Andrea Jürgens: „Falscher Halbbruder“ verurteilt

dzGerichtsprozess

Weil er unberechtigt Erbstücke der verstorbenen Schlagersängerin Andrea Jürgens beiseitegeschafft haben soll, ist ein 60-jähriger Herner nun verurteilt worden.

Recklinghausen

, 03.09.2020, 19:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Streit um das Erbe der 2017 verstorbenen Schlagersängerin Andrea Jürgens hat ein selbsternannter Halbbruder aus Herne am Donnerstag einen weiteren Rückschlag erlitten: Zwei Wochen nach Bekanntwerden eines Gentest-Ergebnisses, wonach dem 60-Jährigen nachweislich keine Verwandtschaft zu dem Kinderstar der 1970er Jahre bescheinigt wird, wurde Andreas P. als eine Art Erbschleicher verurteilt. Das Amtsgericht in Recklinghausen verhängte per Strafbefehl wegen Diebstahls zehn Monate Haft auf Bewährung.

Wie bereits vor 14 Tagen bei Bekanntwerden des „Gentest-Eigentors“ war Andreas P. auch diesmal nicht zum Verhandlungstermin erschienen. Sein Bremer Verteidiger ließ durchblicken, dass ein Urteil in Abwesenheit möglicherweise der beste Weg für den mutmaßlich frisch enttarnten „falschen Halbbruder“ sein könnte, noch einigermaßen sein Gesicht zu wahren.

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Bei einer Verurteilung per Strafbefehl werden die Anklagevorwürfe unverändert in ein schriftliches Urteil übernommen. Binnen zwei Wochen nach Erhalt kann der Herner jetzt aber noch Einspruch einlegen.

„Habe meine Schwester regelmäßig gesehen“

Andreas P. hatte die Mitnahme einiger Nachlass-Gegenstände, darunter ein Paillettenkleid, Fotoalben und Kinderbücher, aus dem Wohnhaus von Andrea Jürgens in Recklinghausen-Stuckenbusch gar nicht bestritten, sich als vermeintlicher Halbbruder allerdings dazu berechtigt gesehen. „Was ich mitgenommen habe, habe ich mitgenommen, aber nur, um festzustellen, was noch zu bezahlen ist“, hatte der Angeklagte in einem ersten Gerichtstermin im Februar erklärt.

Den Schlüssel habe er ja auch ganz offiziell von dem Nachlassverwalter bekommen. „Ich habe immer gesagt, ich bin der letzte Verwandte ersten Grades“, so der 60-Jährige damals. Bis auf die Verbüßung mehrjähriger Betrugs-Haftstrafen will der massiv vorbestrafte Herner seine prominente Schwester über die Jahre hinweg auch regelmäßig gesehen haben.

Ein zuletzt zum Beweis seiner Unschuld freiwillig durchgeführter Gen-Tests war dann aber nach hinten losgegangen.

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