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Blockheizkraftwerk soll Bad heizen

Vergabe in Vorbereitung

Die Stadt Stadtlohn will neue Wege gehen, um ihr Hallen- und Freibad mit Wärme zu versorgen: Das soll der privater Betreiber eines Blockheizkraftwerks übernehmen.

STADTLOHN

von von Thorsten Ohm

, 27.05.2011
Blockheizkraftwerk soll Bad heizen

Die Stadt Stadtlohn will ihr Hallenbad künftig mit der Abwärme eines Blockheizkraftwerks heizen, das von privater Seite betrieben wird. Damit verbunden wäre eine Bestandsgarantie für die nächsten 15 Jahre.

Der Hauptausschuss hat jetzt dazu den Weg frei gemacht: Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, die notwendige Ausschreibung vorzubereiten. Damit würde die Stadt gleichzeitig eine Bestandsgarantie für das Frei- und Hallenbad aussprechen: Um einen Vertrag eingehen zu können, will sie den Betrieb für die nächsten 15 Jahre garantieren – ein Punkt, an dem es im Ausschuss erste Kritik von Seiten der FDP gab. Mit dem Beschluss legt sich die Stadt fest, das Frei- und Hallenbad in den nächsten zehn bis 15 Jahren über die Abwärme eines Satelliten-Blockheizkraftwerkes (BHKW) zu betreiben. Wie die Verwaltung berichtete, gibt es mehrere Interessenten für den Betrieb eines BHKW: Sie betreiben laut Stadt Biogas-Anlagen, die sich in räumlicher Nähe zum Bad befinden. Vorgesehen ist, dort in Containerbauweise ein Satelliten-BHKW zu errichten. Dieses würde über eine eigene Leitung das Biogas beziehen, die mit der entsprechenden Biogas-Anlage verbunden wäre. Allerdings stellt der Betrieb des BHKW mit diesem „Brennstoff“ nur eine der gegebenen Möglichkeiten dar: Die Ausschreibung wird in diesem Punkt offen gehalten, so dass auch Anbieter mit konventionellem Gas ins Rennen steigen könnten.

Bei der Verbrennung des Gases wird im BHKW einerseits elektrische Energie entstehen – die kann der Betreiber ins öffentliche Stromnetz einspeisen und damit einen Erlös für sich erzielen. Quasi als „Nebenprodukt“ entsteht zugleich Abwärme: Diese wird gegen ein festzulegendes Entgelt an die Stadt abgegeben. Angesichts des langen Zeitraums von zehn bis 15 Jahren überschreitet der Leistungswert die Schwelle, die der Gesetzgeber für inländische Vergaben eingerichtet hat. Deshalb sei nun ein europaweiter Bewerberwettbewerb erforderlich. Das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung soll durch qualifizierte Ingenieurbüros übernommen werden. Ein positives Echo kam zu den Plänen aus den Reihen der Politik. Alle Fraktionen sprachen sich im Grundsatz dafür aus, so vorzugehen. Jochen Wullers (FDP) stellte allerdings in Frage, ob sich die Stadt tatsächlich auf 15 Jahre verpflichten müsse, die Bäder weiter zu betreiben. Was bei einem Ausfall des Lieferanten passiert, wollte Ludger Brockherde (UWG) wissen. Hermann Schmeink vom Bauamt erklärte dazu, dass diese Punkte im Rahmen eines Vertrages geregelt würden. Cäcilia Völker (CDU) wies darauf hin, dass zusätzlich zum BHKW noch eine Grundlast in konventioneller Form abzudecken sei. Für diese Mehrkosten müsse ein Ausgleich im Leistungsverzeichnis berücksichtigt werden. Dazu ergänzte Josef Wansing (CDU), dass auch die bisherige Heizungsanlage weiter vorgehalten und gewartet werden müsse.

Michael Knuf (FDP) regte an, genau darzustellen, wie die finanzielle Ersparnis für die Stadt genau aussehe. Unterstützung für die geplante Vorgehensweise signalisierte Erwin Plate (UWG): Er hatte allerdings Zweifel, ob unbedingt ein externes Ingenieurbüro mit der Erstellung des Leistungsverzeichnisses beauftragt werden müsse. Da hatte Hermann Schmeink eine eindeutige Antwort: „Das muss sein.“

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