Stadt Kamen schließt die Sportplätze: „Eine Comedyshow, über die man nicht lachen kann“

Leserbrief

Die Stadt Kamen hat ihre Sportplätze geschlossen - als einzige Kommune im Kreis Unna. Fußball-Vater Maik Heitmann macht seinem Unmut Luft - in einem Leserbrief, den er auch der Stadt Kamen zugeschickt hat.

Kamen

19.04.2021, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kamen hat alle Sportstätten geschlossen - als einzige Kommune im Kreis Unna.

Kamen hat alle Sportstätten geschlossen - als einzige Kommune im Kreis Unna. © dpa

Ich frage mich, auf welcher Grundlage die Stadt am Freitag (16. April, Anm. d. Red.) die Sportanlagen in Kamen geschlossen hat. Weder die Allgemeinverfügung des Kreises Unna von Samstag (auf die sich die Stadt Kamen komischerweise am Freitag bezogen hat) noch die NRW-Coronaschutzverordnung, die ab diesem Montag (19. April, Anm. d. Red.) gilt, geben das her. Und auf das zu erwartende Bundesgesetz (wie auch immer das aussehen wird) kann sich das ja wohl schon mal gar nicht bezogen haben.

Natürlich ist mir bewusst, dass die Stadt ein „Hausrecht“ über die Plätze ausüben darf und die Möglichkeit besteht, über die Vorgaben der Allgemeinen Corona-Schutzverordnungen (von NRW oder Kreis) hinaus Maßnahmen zu treffen. Diese müssen aber - meiner Meinung nach - angemessen und zielführend sein.

Die Stadt sperrt die Plätze grundlos

Den Kindern wird damit die Möglichkeit zur Ausübung von Freiluftsport genommen. Das letzte Betätigungsfeld, das sie haben. Der Freiluftsport für Kinder wird von Kinderpsychologen und -Ärzten als förderlich und von Experten für Aerosole als nicht oder kaum infektionstreibend angesehen. Kinderpsychologen schlagen Alarm, was die Auswirkungen der Einschränkungen mit den Kids machen wird. Und die Stadt Kamen sperrt grundlos die Sportplätze für 6, 8 oder 10-Jährige…

Ich kann natürlich insbesondere nur für die Mannschaften sprechen, in denen meine beiden Kinder (beim Kamener SC) spielen. Von einem Vater, dessen Kind in Kaiserau spielt, weiß ich allerdings auch sicher, dass dort am Zaun alles tiptop und einwandfrei gelaufen ist, was die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sowie die Einhaltung aller Regeln angeht. Es wurde sogar teilweise getestet - eigeninitiativ und auf eigene Kosten.

Lieber wildes Basketball-Spielen unterbinden

Wäre es nicht besser, wenn die Mitarbeiter des Kamener Ordnungsamtes beispielsweise das wilde Basketball-Spielen von Jugendlichen ohne irgendwelche Regeln an der Gesamtschule unterbinden würden, das zweihundert Meter Luftlinie vom Fußballpatz entfernt stattfindet?

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Tut mir leid, aber diese Maßnahme ist nach dem Kindergartenchaos Ende der vergangenen Woche (wenngleich der Kreis dafür verantwortlich war) die zweite behördliche Comedyshow. Nur, dass man darüber nicht mehr lachen kann. Es lässt mich und viele Eltern nur noch fassungslos zurück. Vor allen Dingen aber schadet die Stadt - fast schon vorsätzlich - sportausübenden und sich bewegende Kinder.

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