Stadt Borken sucht trotz Coronakrise Flächen für Gewerbe

dzNeue Gewerbeflächen

Trotz Coronakrise gibt es in Borken eine Nachfrage nach neuen Gewerbeflächen. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Im Bereich Flachsbahn im Westen von Borken hat die Stadt bereits Flächen gekauft.

von Markus Schönherr

Borken

, 08.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl die ersten Borkener Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, besteht aus Sicht der Stadtverwaltung auch in Coronazeiten weiterhin Bedarf an neuen Gewerbeflächen. „Die Nachfrage an Gewerbegrundstücken ebbt nicht ab“, heißt es auf Anfrage der Borkener Zeitung, „wir haben stetig Interessenten.“ Offen bleibt aber nach wie vor, wo sich neue Betriebe in Borken ansiedeln sollen.

Suche innerhalb der Stadtgrenzen

Seitdem 2017 die Pläne für einen gemeinsamen Gewerbepark mit den Gemeinden Reken und Heiden an der A31 geplatzt sind, ist die Borkener Stadtverwaltung auf der Suche nach Flächen innerhalb der eigenen Stadtgrenzen. 33 Hektar hätten der Stadt Borken im interkommunalen Gewerbepark zur Verfügung gestanden.

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Nach der Auflösung des Projektes hieß es, dieselbe Größe soll in Borken ausgewiesen werden. Wobei es sich nicht um ein zusammenhängendes Gebiet handeln muss. Ein Gutachter hatte 2018 im Auftrag der Stadt Borken Potenzialflächen gesucht und am Ende drei Bereiche genannt: den Osten von Weseke, den Bereich südlich der B67 beiderseits des Grütlohner Weges und das Gebiet an der Flachsbahn im Westen von Borken.

An der Flachsbahn hat die Stadt Borken seitdem Flächen gekauft. Nach BZ-Informationen führt die Verwaltung dort weiter Verhandlungen mit Flächeneigentümern. Nicht alle sind bereit, für die Ansiedlung von Gewerbe Land abzugeben. Die ursprüngliche Angst einiger Anlieger, enteignet und mit Haus und Hof umgesiedelt zu werden, hat sich aber gelegt. Zu Enteignungen soll es nicht kommen, versichert die Verwaltung.

Tauschangebote für Landwirte

Denkbar sind aber Tauschangebote an Borkener Landwirte. Das städtische Portfolio umfasse „auch potenzielle landwirtschaftliche Tauschflächen im Stadtgebiet Borken“, so die Verwaltung. Darüber hinaus verfügt die Stadt Borken über 46,6 Hektar Land in Gescher.

Der Zweckverband des interkommunalen Gewerbeparks hatte dort eine Hofstelle ersteigert, um sie für Tausch- und Ausgleichszwecke in der Hinterhand zu haben. Nach der Auflösung des Zweckverbandes fiel die Fläche der Stadt Borken zu. Jetzt dient sie als Tauschangebot für Borkener Landwirte, die für ein neues Gewerbegebiet Platz machen sollen.

Noch kein Fahrplan für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen

Einen Fahrplan bis zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen nennt die Stadtverwaltung nicht. „In Abhängigkeit von weiter notwendigen Grundstückserwerben sollen die Planungen angestoßen werden“, heißt es.

In der Politik sei es Konsens, dass „eine Gewerbeflächenentwicklung nur unter dem Primat von Ökologie, Nachhaltigkeit und einem möglichst geringen Flächenverbrauch erfolgen kann“. Die Bürger sollen umfassend informiert und beteiligt werden, versichert die Verwaltung. Davon kann bislang allerdings nicht die Rede sein.

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