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So stellt sich ein Pendler aus Nordkirchen auf die mögliche Streckensperrung der RB50 ein

dzLinie RB50

Die drohende halbjährige Streckensperrung zwischen Ascheberg und Lünen könnte vor allem für Pendler zur Geduldsprobe werden. Die stehen aber jetzt schon oft genug vor Problemen.

Capelle

, 03.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Nachdem in Medienberichten der Westfälischen Nachrichten eine mögliche teilweise Sperrung der Bahnstrecke zwischen Münster und Dortmund angekündigt wurde, blicken vor allem die zahlreichen Pendler mit Spannung auf Freitag, 5. April. Dann will sich die Bahn zu den noch unbestätigten Berichten äußern.

So stellt sich ein Pendler aus Nordkirchen auf die mögliche Streckensperrung der RB50 ein

Marcel Giesow © Marcel Giesow

„Am schwierigsten ist dabei eigentlich die Verbindung zwischen den Ortsteilen.“
Marcel Giesow

Marcel Giesow (28) ist einer derer, die regelmäßig die Linie RB50, die von der Streckensperrung betroffen wäre, nutzt. Giesow lebt seit 2010 in Nordkirchen und fährt mehrmals pro Woche vom Bahnhof Capelle aus sowohl nach Dortmund als auch nach Münster. Für Giesow ist das Pendeln schon jetzt keine große Freude, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt.

Frühester Zug würde gerade reichen

„Am schwierigsten ist dabei eigentlich die Verbindung zwischen den Ortsteilen“, erklärt der 28-jährige ausgebildete Krankenpfleger. Zurzeit ist Giesow auf Jobsuche und deshalb immer wieder auch mit der Eurobahn unterwegs.

Das Problem: Marcel Giesow besitzt keinen Führerschein und ist auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen.

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Eine Frühschicht beginne in der Altenpflege in der Regel schon um sechs, erklärt der Nordkirchener. Das würde für ihn bedeuten, dass er es mit dem frühestmöglichen Zug vom Bahnhof Capelle gerade rechtzeitig nach Dortmund oder Münster schaffen würde – je nachdem, wo er Arbeit findet.

Teilweise zu Fuß von Nordkirchen nach Capelle

Davor steht aber noch der Weg hin zum Bahnhof selbst. Zu dieser Zeit nutzt Giesow die Buslinie R53, um nach Capelle zu kommen. Er sei aber auch schon eine Stunde früher aufgestanden, um zu Fuß zum Bahnhof zu kommen, sagt er. Das sei allerdings nur im Sommer möglich. Streckenlänge: etwa acht Kilometer.

Und nicht nur auf dem Hinweg sieht Giesow Nachbesserungspotenzial im Nordkirchener ÖPNV. Denn die Erfahrung des 28-Jährigen ist: Kommt man mit dem Zug am Bahnhof Capelle an, muss man auf den Busanschluss meistens warten. „Ich habe es seit 2010 eigentlich kein einziges Mal erlebt, dass die Bahn pünktlich war“, macht Giesow deutlich.

Dementsprechend niedrig sind seine Erwartungen an den möglichen Schienenersatzverkehr während der Streckensperrung. Für Pendler würde sich das Thema Pünktlichkeit höchstwahrscheinlich nicht zum Besseren entwickeln, eher im Gegenteil, fürchtet der Nordkirchener.

Trotzdem bleibt Giesow pragmatisch. „Ich nehme es jetzt so, wie es kommt“, sagt er. „Mir bleibt ja sowieso nichts anderes übrig.“

Bahn hält sich bedeckt

Wie es denn jetzt genau kommen wird, darüber hält sich die Bahn bedeckt. Auf eine Nachfrage zur möglichen Sperrung zwischen Ascheberg und Lünen am Dienstag, 2. April, gab ein Bahn-Sprecher keinen Kommentar ab und verwies lediglich auf den Termin am Freitag. Auch Nicole Pizzuti, Unternehmenssprecherin beim Eurobahn-Betreiber Keolis erklärte auf Anfrage lediglich: „Wir wissen, dass da was Größeres auf uns zukommt. Wir wissen aber nicht, ab wann.“

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