Skulpturen fahren mit dem Zug von Duisburg nach Peking

Kunstausstellung "Deutschland 8"

Mit dem Bahn-Transport zweier Skulpturen vom Duisburger Hafen nach Peking ist der Startschuss für die Kunst-Ausstellung „Deutschland 8“ gefallen. Sie ist die Antwort auf die Ausstellung „China 8“ im Ruhrgebiet vor zwei Jahren und wird am 17. September eröffnet.

DUISBURG

, 28.08.2017, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor 45 Jahren nahmen Deutschland und China diplomatische Beziehung auf. Diese und die Ausstellung vor zwei Jahren sind nur zwei der Grundlagen, weshalb bis zum 31. Oktober rund 320 Werke von 55 deutschen Künstlern an acht Orten in Peking ausgestellt sein werden.

Eine weitere ist die Ausstellung „China!“ vor 20 Jahren im Kunstmuseum Bonn. In der Stadt, wo die Stiftung für Kunst und Kultur sitzt, deren Vorstandsvorsitzender Walter Smerling Kurator der Ausstellung in China ist. Seine Stiftung veranstaltet die Ausstellung zusammen mit der Central Academy of Fine Arts in Peking.

Deutschland erste Aussteller-Nation in Peking

„Die Ausstellungen haben das Interesse gestärkt. Wir sind die erste Nation, die in der Verbotenen Stadt Peking ausstellen darf“, erklärt Smerling. Es wird die bislang umfangreichste Präsentation zeitgenössischer deutscher Kunst in China sein, unter anderem werden Werke von Joseph Beuys, Gerhard Richter, Katharina Sieverding und Rosemarie Trockel ausgestellt.

So ist die Fotografie im Minsheng Art Museum vertreten oder die Video- und Medienkunst im Today Art Museum. Das künstlerische Repertoire reicht von Malerei, Installation, Fotografie und Videokunst bis hin zu Skulpturen. Und zwei von diesen, die vor drei Wochen im Duisburger Hafen gestartet sind, haben am Sonntag ihr Ziel Peking erreicht.

Es handelt sich um die Skulpturen „Brenner 05“ von Michael Sailstorfer und „Uranus“ von Markus Lüpertz. Letzterer freut sich schon auf die Ausstellung: „Das Interesse an deutscher Kunst in China ist immens. Ich hätte gerne selbst in dem Zug gesessen“, witzelte er.

Skulpturen waren 12 000 Kilometer unterwegs

Über 12 000 Kilometer waren die Skulpturen unterwegs und passierten auf der „Neuen Seidenstraße“ dabei die polnische, weißrussische, russische, kasachische und zuletzt die chinesische Grenze. Verpackt waren sie in verschweißten Holzkästen, die in einem Container verfrachtet wurden.

Dass sich der Bahn-Transport auf die Skulpturen beschränkt, hat einen einfachen Grund, erklärt Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG: „Die Skulpturen sind aus Stoffen, die klimatisch unproblematisch sind.“

Es habe im Februar einen Probetransport mit Bildern gegeben, doch da auf dem Weg Gegenden wie Kasachstan durchfahren werden, wo die Temperatur bis in den zweistelligen Minusbereich sinken kann, nahmen die Künstler und Leihgeber Abstand davon. Der Großteil der Werke wird somit per Luftfracht transportiert.