Sirenen in ganz Deutschland: Erster bundesweiter „Warntag“ seit 30 Jahren

Katastrophenschutz

Es ist der erste deutschlandweite Probealarm seit 1990. Am 10. September werden im ganzen Land die Sirenen heulen. Weitere Termine für den sogenannten Warntag sind schon geplant.

Bonn

02.09.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warnanlässe wie Erdbeben oder Überschwemmungen sollten durch den bundesweiten Warntag bekannter gemacht werden.

Warnanlässe wie Erdbeben oder Überschwemmungen sollten durch den bundesweiten Warntag bekannter gemacht werden. © picture alliance/dpa

Am 10. September 2020 werden in ganz Deutschland laute Sirenen zu hören sein. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Katastrophenalarm, sondern eine Probe. Es wird der erste bundesweite Probealarm seit der Wiedervereinigung sein. Er dient dazu, die Warntechnik für besondere Risiken wie Unwetter oder Chemieunfälle zu testen. Ziel ist es an dem Tag auch, die Menschen in Deutschland über Warnungen in Notlagen zu informieren, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn mit.

Am 10. September 2020 sollen dazu in ganz Deutschland um 11 Uhr die Sirenen heulen. Auch über Warn-Apps, Radio, Fernsehen und soziale Medien werde an diesem Tag der Probealarm stattfinden.

Was passiert am bundesweiten Warntag?

Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sollen am deutschlandweiten Warntag „sämtliche Warnmittel“ erprobt werden. Hier bei geht es also nicht ausschließlich um Sirenen. Sondern auch, die anderen Warnsysteme sollen technisch erprobt werden. Ob die Übertragung zu Radioanstalten klappt, die Meldungen auf den App-Servern ankommen oder zum Beispiel die Warn-App NINA verlässlich die Informationen ausspielt.

Zugrunde liegt hier das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes. An dieses sind unterschiedliche sogenannte Warnmultiplikatoren angeschlossen, die die (Probe-)Warnung verbreiten sollen, damit sie bei den Endgeräte wie Radios und Warn-Apps ankommen. Parallel dazu werden auf Ebene der Länder, in den Landkreisen und in den Kommunen „verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst“, heißt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Dahinter verbergen sich zum Beispiel Sirenen und Lautsprecherwagen.

Warnungen sind zu hören und zu sehen

Am Auffälligsten dürften mit Sicherheit das Sirenengehäul oder die Lautsprecherwagen in Deutschland sein. Aber auch anderweitig wird gewarnt. Radio, Fernsehen, Warn-Apps oder auch in den sozialen Medien und über digitale Werbetafeln.

Übrigens: Die Sirenentöne unterscheiden sich, je nachdem ob eine Warnung oder Entwarnung besteht. Bei einer Warnung ist ein einminütiger Heulton zu hören, der an- und abschwellt. Im Falle der Entwarnung ist der Ton durchgehend und dauert ebenfalls eine Minute lang.

Bis Anfang der 1990er Jahre gab es ein flächendeckendes Sirenennetz des Bundes, das ursprünglich die Bevölkerung vor möglichen Luftangriffen warnen sollte, erklärt die Freiwillige Feuerwehr Werne. Jedoch wurde nach dem Ende des „Kalten Krieges“ dieses Sirenennetz vom Bund aufgegeben. Die Sirenen wurden den Kommunen zur Übernahme angeboten. Auch wenn die Sirenen eine vermeintlich veraltete Idee sind, zeigen sie noch immer ihre Wirkung. Der Heulton erreicht Menschen zu jeder Uhrzeit und holt Sie wenn nötig auch aus dem Schlaf, wenn das Handy zum Beispiel auf lautlos geschaltet ist.

Das Ziel: Warnanlässe bekannter machen

Durch den bundesweiten Warntag sollen auch die Warnanlässe bekannter gemacht werden, so das Bundesamt. Das könnten zum Beispiel auch Brände oder das Auftreten von radioaktiver Strahlung sein, aber auch Stromausfälle oder Naturgefahren wie Erdbeben oder Überschwemmungen. Auch vor Krankheitserregern wie dem Coronavirus warnt das Bundesamt nach eigenen Angaben über die Warn-App NINA bei besonderen Situationen.

Auf der Warntag-Website ist eine Bundesländer-Übersicht veröffentlicht, wer wo warnt. Der Warntag soll künftig jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden, so das Bundesamt.

RND

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