Bauarbeiten auf Bahnstrecke: Selmer und Nordkirchener freuen sich über Schienenersatzverkehr

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Lange Wege, unendliche Wartezeit und nur Stress mit dem Schienenersatzverkehr? Von wegen. In Selm und Nordkirchen kommen die neuen Möglichkeiten durch den SEV der RB 50 gut an.

Selm, Nordkirchen

, 12.02.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Darauf kann man sich einfach viel besser verlassen, als auf die Züge“, sagt Marvin Hagedorn. Der 22-jährige Student aus Münster redet nicht etwa über Fahrgemeinschaften oder über das Fahrradfahren. Er meint die Busse des Schienenersatzverkehrs (SEV), die seit dem 6. Januar die Linie RB50 nach Münster ersetzen. Noch ist der Südkirchener vom SEV überzeugt. „Natürlich dauert es länger, aber dass es extrem nervig ist, das kann man nicht sagen.“

Vier Mal die Woche pendelt Marvin Hagedorn für das Studium nach Münster - auch in den Semesterferien. Er weiß also, wovon er spricht. Für ihn habe der Schienenersatzverkehr besonders im Winter einen simplen Vorteil. „Bus und Zug sind echt gut getaktet, da wartet man nicht im Kalten, weil der Zug in Davensberg immer schon da steht, wenn der Bus ankommt.“

Nur morgens ist der Bus voll

Es ist 8:30 Uhr. Aktuell ist auf der Linie C nicht viel los. Gerade einmal sechs Personen fahren von Selm mit nach Davensberg - drei von ihnen sind erst in Ascheberg dazu gestiegen. Das kennt Busfahrer Martin Röschert nur zu gut. „Heute morgen war es noch rappelvoll“, sagt er. Bestimmt 55 Leute seien mitgefahren.

Doch außerhalb dieser Hauptpendlerzeit sei nicht viel los. „Da kommt es auch vor, dass ich alleine im Bus sitze“, lacht er. Viele Gesichter in seinem Bus kenne er mittlerweile. Die meisten seien Studenten, einige aber auch auf dem Weg zur Arbeit. Älter als Mitte 40 seien die wenigsten, meint er.

Martin Röschert fährt regelmäßig Pendler in der Linie C von Selm nach Davensberg.

Martin Röschert fährt regelmäßig Pendler in der Linie C von Selm nach Davensberg. © Viktoria Michelt

An die Route über die engen Landstraßen musste sich der Soester nicht gewöhnen. „Die ersten Tage war ich immer ein paar Minuten zu spät“, erinnert er sich. Doch jetzt wisse er, wo er schnell fahren kann und wo es sich lohne, unter dem Tempolimit zu bleiben. „Da fahre ich doch lieber langsamer, als wenn es kracht.“

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Zug kann auf den SEV-Bus warten

Falls Martin Röschert aber doch mal im Verkehrschaos steckt, dann kann er den Zug anrufen. „Der wartet dann meistens ein paar Minuten“, erzählt er. Zuverlässig ist die Verbindung also. Und auch darüber hinaus hat die Linie C seine Vorteile.

Denn die Busse fahren nicht nur die Haltestellen der RB50 nach Münster an. Vom Bahnhof in Selm geht es über Nordkirchen Rathaus und zwei Haltestellen in Ascheberg nach Davensberg. Besonders für die Selmer ist das ein großer Vorteil. Sie können durch den SEV nicht nur einfach zwischen Nordkirchen und Selm pendeln. Auch der Weg nach Münster ist jetzt mit 50 Minuten schneller und einfacher geworden.

Für Pendler aus Lünen gibt es viele Möglichkeiten

Für diejenigen, die aus Lünen kommen, ist es allerdings ein wenig komplizierter geworden. Das sagt zumindest Leonie Welzel. Die Studentin fährt zwar nur ab und zu mit dem SEV nach Münster. Dafür hat sie aber gleich mehrere Möglichkeiten. Die Eurobahn empfiehlt auf der Website ab Lünen die Linie C- also über Selm.

Es gibt drei Linien, die Pendler bis zum 12. August anstatt der Eurobahn RB 50 nehmen können.

Es gibt drei Linien, die Pendler bis zum 12. August anstatt der Eurobahn RB 50 nehmen können. © Viktoria Michelt

„Ich könnte aber auch den Schienenersatzverkehr direkt ab Lünen nehmen oder mit dem Zug nach Dortmund fahren und dann in den ICE einsteigen.“ Denn auf der direkten ICE-Strecke zwischen Dortmund und Münster gelten während der Baumaßnahmen auch die normalen Semester- oder Monatstickets.

Leonie Welzel findet das praktisch. „Es ist zwar jeden morgen aufs neue schwierig, aber an sich kann ich mich für die Route entscheiden, die mir am Besten passt“, erklärt sie. Zwischen 1:10 Stunden und 1:27 Stunden braucht sie dann.

„Aber es muss ja an den Schienen gearbeitet werden, deswegen wäre es doof, über die Bahn zu meckern“, sagt sie. Auf dem Weg kann sie sich auch gut beschäftigen - zum Beispiel Podcasts hören. „Im Bus wird mir sonst leider schlecht“, erklärt sie. Noch bis zum 12. August dauert der Schienenersatzverkehr. Danach sollen alle Baumaßnahmen am Bahndamm fertig sein.

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