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Ein Problem lässt sich nicht durch Gewalt lösen

SELM Der Entwicklungsprozess vom Jugendlichen zum Erwachsenen ist oft von Verhaltensweisen geprägt, die die Grenze des Erlaubten erforschen und manchmal auch überschreiten.

von Von Henning Nicolas

, 28.11.2007
Ein Problem lässt sich nicht durch Gewalt lösen

Pädagoge Johannes Böing (l.) versuchte sich als Jugendlicher, der Teilnehmern des Konflikt-Trainings auf dem Weg zum Verantwortungsbewusstsein so manche Hürde stellte.

Dies geschieht in vielen verschiedenen Variationen, es kann zu aggressiven Äußerungen von verbaler als auch von handgreiflicher Art kommen. Wie man auf dieses Verhalten reagieren soll, lernten acht Teilnehmer des sechsstündigen Konflikt-Trainings, das der Pädagoge Johannes Böing, Fachkraft der Jugendbildungsstätte Wittbräucke/Herdecke, und Heike Okroy, Sozialpädagogin aus Selm, am Samstag anboten.

Rollenspiele

Hier lernten die Teilnehmer Tipps und Kniffe, um jugendliches Konfliktpotential zu entkräften und Probleme auf vernünftige Art und Weise zu klären.

Um eine möglichst genaue Praxissimulation zu schaffen, verbanden die Leiter theoretisches Wissen immer wieder mit kleinen Rollenspielen, in denen das Gelernte verinnerlicht werden sollte. Dabei verwandelte sich einer der Pädagogen in einen Jugendlichen, der beispielsweise eine Scheibe eingeschlagen hatte und dafür nicht gerade stehen wollte. Der andere beobachtete die Teilnehmer, die aus verschiedenen Feldern der Jugendarbeit kamen, dann dabei, wie sie das Problem versuchen zu lösen.

Im Anschluss daran analysierten alle gemeinsam das eben Gesehene und sprachen über Wortwahl, Körperhaltung und Beharrlichkeit beim Verfolgen des angestrebten Ziels.

Strategie

Ein weiterer wichtiger Punkt waren die Strategien der Jugendlichen, mit denen sie sich vor den Konsequenzen drücken wollten. Eine ähnliche Vorgehensweise verfolgte die Gruppe beim Versuch, ein minderjähriges Mädchen, gespielt von Heike Okroy, davon zu überzeugen, die Zigarette auszumachen.

Für die Härtefälle hatten Böing und Okroy für die Teilnehmer ebenfalls wertvolle Erkenntnisse parat. So wurde zum Beispiel beim Thema Beleidigungen beschlossen, auf verbale Attacken nur kurz die Ausdrucksweise auf ein energisches Niveau anzuheben, um den Jugendlichen auszubremsen.

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