Seit sieben Jahrzehnten singt die Schola Gregoriana Reinoldi gregorianische Chorale

dzSchola Gregoriana Reinoldi

Traditionelle Klänge aus längst vergangenen Zeiten bietet die Schola Gregoriana Reinoldi aus der Nordstadt. Seit mehr als sieben Jahrzehnten singen die Sänger gregorianische Gesänge.

von Verena Halten

Nordstadt

, 20.04.2019 / Lesedauer: 3 min

„Seit mehr als 70 Jahren kennen wir uns nun“, sagt Hermann-Josef Multmeier. Denn: Die Schola Gregoriana Reinoldi wurde 1946 von Norbert Fiebig in der St. Gertrudis-Gemeinde im Norden gegründet. Als Knabenschola. „Etwa acht Jahre waren wir da alt“, erinnert sich Multmeier. Später fanden sich einige der Knaben um Fiebig zusammen, um die heutige Schola ins Leben zu rufen.

Seitdem gestaltet die Schola zahlreiche Festlichkeiten im Kirchenjahr mit gregorianischem Choral. Unter gregorianischem Choral wird der einstimmige und unbegleitete liturgische Gesang der römisch-katholischen Kirche bezeichnet. In lateinischer Sprache wird er als gesungenes Wort Gottes betrachtet. „Bis zum Konzil in den 60er Jahren“, sagt Manfred Preuß.

Latein wurde zu großen Teilen aus dem Alltag verbannt

Damals sei Vieles ins Deutsche übersetzt worden und die lateinische Sprache wurde zu großen Teilen aus dem Kirchenalltag verbannt. Die Schola aus der Nordstadt möchte diesen alten Teil der Kirchengeschichte jedoch erhalten. Indem sie noch heute die lateinischen Texte, die zum Teil noch aus dem Mittelalter stammen, singt. Und das tut sie als eine Einheit, die sich über Jahrzehnte hinweg gebildet hat. „Wir kennen einander“, sagt Norbert Brachthäuser, „wir wissen, wann man stoppen oder strecken sollte.“

Seit sieben Jahrzehnten singt die Schola Gregoriana Reinoldi gregorianische Chorale

Die Schola war schon in ganz Deutschland zu Gast, unter anderem im Frauenburger Dom an der Ostsee. © Privat

Anders als bei einem Chor müsse eine Schola gemeinsam wachsen, um eine Einheit zu bilden, sagt Preuß. Seit 2003 ist Preuß Kirchenmusiker an der St. Joseph-Kirche, Mitglied der Schola und deren künstlerischer Leiter. Beim gregorianischen Gesang gibt es keine Begleitung, keinen Rhythmus und keinen Dirigenten, sagt er. „Stattdessen gibt es eine innere Dynamik.“ Eine, die dem Zuhörer direkt durch Mark und Bein geht. Ums Zuhören, darum gehe es. Das komme laut Preuß heute zu oft zu kurz.

Die Sänger begleiten heute Messen

Heute begleiten die Sänger die Messen, etwa zu Ostern oder zu Weihnachten. Dargeboten werden aber nicht nur feststehende Messtexte wie Kyrie, Gloria, Credo und Agnus Dei, sondern auch die an den Festtagen vorgeschriebenen Proprien mit Halleluja, Sequenz, Offertorium und Communio. Dargeboten werden diese in Gewändern, die den Sängern vor rund 20 Jahren von der Propstei Dortmund geschenkt wurden.

Seit sieben Jahrzehnten singt die Schola Gregoriana Reinoldi gregorianische Chorale

© Halten

Am 28. April (Sonntag) singt die Schola Gregoriana Reinoldi, inzwischen von ursprünglich zehn auf sieben Mitglieder geschrumpft, das Osterproprium „Resurrexi“ um 11 Uhr im Hochamt der St. Joseph-Kirche, Heroldstraße 13.

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