Seehofer zu Hilfen für Moria: Bis zu 150 unbegleitete Minderjährige kommen nach Deutschland

Flüchtlinge

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich in Berlin zu schnellen Hilfen für die Migranten auf Lesbos geäußert. Trotz der Unterstützung will er auf einem Aspekt beharren.

11.09.2020, 10:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. © picture alliance/dpa

Die Oberbürgermeister von zehn deutschen Städten - Hannover, Potsdam, Freiburg, Oldenburg, Düsseldorf, Göttingen, Gießen, Köln, Bielefeld und Krefeld - haben in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ihre Bereitschaft erklärt, Flüchtlinge aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria aufzunehmen. Am Freitagmorgen hat sich Seehofer mit dem Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas, über schnelle Hilfen für die beinah 13.000 Obdachlosen Migranten auf Lesbos ausgetauscht.

Seehofer betonte in der anschließenden Pressekonferenz, dass in erster Linie Hilfe vor Ort organisiert werden müsse. Es läge eine Bedarfsliste der griechischen Regierung vor. Durch deutsche Hilfsorganisationen sollen möglichst schnell möglichst viele dieser Hilfen zur Verfügung gestellt werden.

„Es braucht eine europäische Lösung“

Die 400 unbegleiteten Minderjährigen aus Moria, die mittlerweile auf das griechische Festland gebracht wurden, werden auf zehn EU-Mitgliedsstaaten verteilt, darauf konnte man sich einigen. Den Hauptteil werde Frankreich tragen. Es gehe für beide Länder um rund 100 bis 150 Personen.

Trotzdem betonte Seehofer wiederholt die globale Thematik der Flüchtlingsbewegung, in der es immer noch die europäische Lösung brauche. Am 30. September sollen von der EU-Kommission laut Seehofer Lösungsansätze vorgelegt werden.

Das Lager war in der Nacht zu Mittwoch bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen rund 3000 Migranten waren dort mehr als 12.000 Menschen untergebracht. Die griechische Regierung stellte gezielte Brandstiftung als Auslöser fest.

RND/fw mit dpa

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