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Theater hinter schwedischen Gardinen

ERGSTE Hinter den unterschiedlichsten Masken aus Pappmaschée verbergen sich die Gesichter der Häftlinge. Beim Theater vergessen sie ihre Situation für einen Moment.

von Von Melanie Tigges

, 12.11.2007

„…aus mein Herz in…“ - der erste Mummenschanz in der Justizvollzugsanstalt Schwerte-Ergste. „Sie sind einfach nur Menschen“, betont der Organisator des Projektes, Dirk Harms. Es ist das vierte Bühnenwerk unter seiner Leitung, das sich durch das Maskentheater deutlich von den vorherigen unterscheidet. Gefühle werden hier nicht durch Mimik und Sprache zum Ausdruck gebracht, sondern viel mehr durch Körpersprache und Bewegung.Der Dreißigjährige Krieg in der JVAIn „…aus mein Herz in…“ handelt es sich um die Darstellung des Dreißigjährigen Kriegs, es geht um Sterben, Eroberung, Trauer und Freude. Aber: „Es fließt kein Blut, es fließen keine Tränen und trotzdem wird geweint, gelacht und sogar gestorben“.Freude am Gesang Nicht zu überhören ist die Freude am Gesang. Lieder begleiten das Theaterstück, laute Paukenschläge unterstützen die bedrohliche Stimmung des Krieges. Das Thema des Schauspiels ist jedoch nicht willkürlich gewählt. „Es ist das Paul-Gerhardt-Jahr“, erklärt Harms. Denn vor 400 Jahren wurde Paul Gerhardt geboren. Er wuchs zu einem der bedeutendsten Liederdichter der protestantischen Kirche heran und überlebte den Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 in Mitteleuropa tobte. Innere Befreiung und Stolz Mit seinem Theater versucht Harms „den Nerv zu treffen“. Und das haben er und seine „Schützlinge“ allemal. „Es ist wie eine innerliche Befreiung und ich bin stolz darauf, dass ich etwas für meine Zukunft tue“, so einer der Häftlinge, der seit Beginn der Theaterreihe, im Jahr 2004, mit dabei ist. Er kennt die Meinungen vieler Mithäftlinge, muss sich, wie auch seine Kollegen, das Gelächter anhören.Geteilte Meinung hinter Gittern„Auf der anderen Seite gibt es sogar eine Warteliste für die, die an den Theaterstücken teilnehmen wollen“, so Harms. Die Meinungen hinter Gittern sind also unterschiedlich. Die Meinung der Zuschauer war dagegen eindeutig am lauten Applaus erkennbar.

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