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Signal steht nicht auf Streik

SCHWERTE Zwölf Uhr Mittag im Güterbahnhof: Den Dienstrucksack auf dem Rücken, stapft ein Lokführer über die Gleise zu seiner Rangierlokomotive. Keine Spur von Streik, wie ihn die Lokführergewerkschaft GdL angekündigt hat.

von Von Reinhard Schmitz

, 08.11.2007
Signal steht nicht auf Streik

Keine Spur vom Arbeitskampf im Schwerter Güterbahnhof.

„Bei uns läuft alles normal“, berichtet ein Bahnbeamter, der gerade aus seinem Auto klettert, um seine Schicht anzutreten: „Im Rangierdienst wird nicht gestreikt.“ Denn im Gegensatz zu den Männern, die Ferngüterzüge oder den ICE steuern, seien die Kollegen vom Güterbahnhof als so genannte Lokrangierführer eingestuft, die fast alle der anderen Gewerkschaft Transnet angehören. Nur ein GdL-Mitglied sei ihm bekannt – und das dürfe als Beamter die Arbeit nicht niederlegen.Kapazität für bis zu 600 Waggons Als die Zeiger auf 13 Uhr springen, geht´s im Güterbahnhof wie an jedem Tag richtig rund. Auch die zweite Diesellok brummt los, um hinter den langen Reihen abgestellter Schüttgut-, Flach- und Kesselwagen zu verschwinden. Bis zu 600 Waggons können auf der Anlage im Zwei-Schicht-Betrieb bis sechs Uhr morgens zu neuen Zügen zusammengestellt werden. Die Lokrangierführer – schlechter bezahlt als ihre Strecken-Kollegen – liefern sie im Nahbereich bis in die Gleisanschlüsse der Kunden aus.Hoesch und Hövelmann & Lueg In der Ruhrstadt sind das nur noch Hoesch Schwerter Profile sowie der Stahlservice Hövelmann & Lueg. Weitere Ladung bringt derzeit der Hochbetrieb an der Ladestraße, wo wohl noch die nächsten Jahre die hölzernen Hinterlassenschaften des Orkans Kyrill auf Rungenwagen gepackt werden müssen. Probleme würden dem Güterbahnhof nur drohen, wenn die GdL-Mitglieder die vorgeschalteten Verteilerstationen stilllegen könnten. Bis gestern Abend liefen jedoch alle der 20 Züge, die jeden Tag in Schwerte zerlegt werden, planmäßig ein. Noch verhängnisvoller wäre es allerdings, wenn sie die Ruhrstadt nicht mehr verlassen könnten. Dann wären die 28 Rangiergleise im Handumdrehen mit Waggons vollgestellt und blockiert.

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