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Preise für Schweinefleisch sind im Keller

SCHWERTE Der Schweinezyklus hat die Schwerter Mast- und Zuchtbetriebe momentan fest im Griff wie ein Schraubstock. Die Preise für Ferkel und Mastschweine sind tief im Keller, pro Kilo Schwein erzielen die Schwerter Landwirte derzeit 1,32 Euro am Markt. Viel zu wenig.

von Von Holger Bergmann

, 27.11.2007
Preise für Schweinefleisch sind im Keller

Die Schweine von Werner Dettmer-Prause werden kaum Geld in die Kassen des Bauern spülen.

„Wir bräuchten 1,70 Euro, wenn wir wirtschaftlich arbeiten wollten“, erläutert Schweinemäster Rainer Goelken die Situation. Das wäre eigentlich kein Problem, denn die Landwirte kennen diese Entwicklung seit über 40 Jahren als so genannten „Schweinezyklus“: Wenn der Preis gut ist, werden viele Schweine produziert, das Überangebot drückt den Preis, der geringe Preis führt zu einer Reduzierung der Produktion, die Verknappung lässt den Preis steigen usw.Auch bei den Futtermitteln gibt es einen Zyklus  Doch in diesem Winter ist die Situation einmalig. Denn auch bei den Futtermitteln gibt es einen Zyklus. „Die Getreideernte war enttäuschend“, weiß Werner Dettmer-Prause. „Jetzt sind die Getreidepreise gestiegen.“ Der Preis für Futter, der normal bei zwölf Euro pro Kilo liegt, hat sich mittlerweile praktisch verdoppelt.Viele Bauern nehmen Kredite auf In dieser Phase überleben viele Betriebe nur, indem sie Kredite aufnehmen. „Das ist gängige Praxis“, erklärt Heinz-Wilhelm Möller von der Volksbank in Unna. Der Kundenbetreuer für die Landwirtschaft sieht die Existenz der Schwerter Landwirte noch nicht gefährdet. „Die Substanz ist gesund, aber im Frühjahr muss es mit den Schweinepreisen aufwärts gehen, damit die Mastbetriebe überleben können.“Das Wetter hatte auch Einfluss auf das Kundenverhalten Das kühle Wetter im vergangenen Sommer hat nicht nur die Getreideernte ruiniert, sondern hatte auch Einfluss auf das Kundenverhalten. „Es wurde weniger gegrillt“, ist die Erkenntnis von Werner Dettmer-Prause. Wenn der traditionelle Schweinezyklus so funktioniert wie gehabt, werden in diesen Wochen die ersten weniger gut strukturierten, landwirtschaftlichen Betriebe aufgeben und einige Größere ihren Bestand an Zuchtsauen verringern. Dann wäre die erhoffte Erholung der Schweinepreise nur eine Frage der Zeit. Doch was die Bauern dann noch bräuchten, wäre wieder mal ein Sommer mit Grillwetter.  

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