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Mit der Kettensäge aus dem Wald in den Job

SCHWERTE Sascha Henning klappt das Visier seines Helms herunter, stülpt die Ohrenschützer über und wirft die Kettensäge an.

von Von Reinhard Schmitz

, 07.11.2007
Mit der Kettensäge aus dem Wald in den Job

Stämme, die bereits am Boden liegen, darf Sascha Henning (l.) mit dem „kleinen Motorsägeschein“ zerkleinern. Anleiterin Elke Bohlke (M.) hat ihm die richtigen Handgriffe beigebracht. Foto: Oskar Neubauer

Als hätte er nie in seinem Leben etwas Anderes gemacht, führt der 18-Jährige das Sägeschwert mit wippenden Bewegungen durch den Lärchenstamm. Dabei hat er gerade erst den kleinen Motorsägenschein in der Tasche. Frisch erworben bei „Wald-ABM“ der Werkstatt Unna.Neunmonatiges Projekt „Die leisten gute Arbeit hier“, freut sich Stadtförster Christoph Jendrusch (49) über die tatkräftige Unterstützung der 14 Jugendlichen, die in dem neunmonatigen Projekt ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern: „Sie nehmen uns Kleinigkeiten ab, für die man keine Unternehmer kriegt.“ Vom Zäune setzen erzählen die Tätigkeitsberichte der Teilnehmer, von Bankreparaturen oder Geländerbau. Spuren von Kyrill beseitigt Spaziergänger haben den Helfern auch zu verdanken, dass sie nicht mehr über die Reste des Orkans Kyrill stolpern müssen. Anleiterin Elke Bohlke (39) braucht man die Aufgaben nicht lange zu erklären. Als Landschaftsgärtnerin kennt sie jeden Handgriff – und kann ihn an ihre Schützlinge weitergeben. Der kleine Motorsägenschein beispielsweise erlaubt – nach drei Stunden Theorie – nur das Zerkleinern von Holz, das auf dem Boden liegt. Wer Bäume fällen will, muss sich durch die große Version boxen. Mit zwei Tagen Theorie und einer Woche Praxistest.Spaß an der Arbeit „Das ist hier der neue Ufo-Landeplatz“, scherzt Denis Niemann (24), während er mit dem heulenden Laubbläser das Herbstbunt vom Weg pustet. Die Arbeit in der Natur macht auch Sabrina Riepe (23) Spaß: „Wir haben schon ein Rehkitz gesehen, Frösche und Feuersalamander“, schwärmt sie. Dafür stellt sie sich jeden Morgen den Wecker, um pünktlich um 8.30 Uhr den Dienst im Geisecker Domizil der Werkstatt Unna anzutreten. Mit Sozialpädagogin Bianca Noll (34) werden dort zwischendurch auch Bewerbungen trainiert oder Anträge fürs Amt ausgefüllt.Der Erfolg: Zwei Teilnehmer fanden einen Arbeitsplatz, ein weiterer eine Lehrstelle. Darauf hofft auch Sascha Henning, der seine berufliche Zukunft im Bereich Landschaftsbau sieht. Dagegen weiß Dennis Dobat (23) jetzt, was er nicht will. „Das ist eher langweilig hier“, möchte er lieber Fachkraft für Küchenbau werden.

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