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Langfinger auf den Friedhöfen

SCHWERTE Diebe scheuen Licht. Nur nicht, wenn es in Novembernächten aus den Grablaternen scheint. Werden diese zur Erinnerung an die Toten angezündet, locken sie regelmäßig Langfinger auf die Friedhöfe. Manchmal wird sogar die komplette Edelstahlleuchte mitgenommen, wie Herbert Kiehl feststellen musste, als er die letzte Ruhestätte seiner Ehefrau auf dem Westhofener Friedhof besuchen wollte.

von Von Reinhard Schmitz

, 07.11.2007
Langfinger auf den Friedhöfen

Vor dem Katholischen Friedhof warnen Schilder, beim Gang zur Grabpflege keine Wertsachen im Auto zurückzulassen.

„Wir sind machtlos dagegen“, muss Frank Schröer, Verwalter des Evangelischen Friedhofs, bei Klagen über verschwundene Gestecke mit den Schultern zucken. Betroffen sind vor allem die Hauptwege Manchmal taucht die Beute auf anderen Gräbern wieder auf, wie Angehörige herausfanden, die ihren Blumenschmuck markiert hatten. Auch Blumensträußen oder ganzen Vasen schrecken nächtliche Täter nicht zurück. Betroffen sind vor allem die Hauptwege durch das neun Hektar große Gelände. „Einen Kranz, der 60 bis 80 Euro kostet, würde ich erst am Totensonntag auf den Friedhof bringen“, empfiehlt Schröer deshalb, den Schmuck erst am Gedenktag aufs Grab zu legen. Manche befestigen ihn auch einer längeren Eisenstange im Erdreich. „Oder man nimmt eine Pflanzschale, die schön schwer ist“, weiß der Experte: „Die trägt keiner weg.“Polizei verstärkt ihre Präsenz Ansonsten rät Schröer jedem Geschädigten zu einer Anzeige bei der Polizei, die ihre Präsenz auf den Friedhöfen verstärkt hat. „Es geht vor allem darum, Raubüberfälle und Handtaschendiebstähle zu verhindern“, erklärt Polizeisprecher Martin Volkmer. Ein waches Auge wird auch auf die Parkplätze gehalten. „Während der Grabpflege sollten keine Wertsachen im Auto zurückgelassen werden“, mahnt Volkmer.Friedhofsgärtner fährt Kontrolle Auf einen heißen Draht zur Polizei und die soziale Kontrolle durch die Nachbarn kann Friedhofsgärtnermeister Josef Knostmann auf dem Katholischen Friedhof bauen. Zudem fährt er selbst zu unterschiedlichen Zeiten Kontrolle. Der Erfolg: „Es ist noch nichts verschwunden.“ Dazu trägt auch bei, dass er die Grabgestecke vielfach durch eine schöne Herbstbepflanzung ersetzt hat. Und die lässt sich nicht mit einem Griff mitnehmen.

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