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Land unter, Teil drei

SCHWERTE Bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Monaten stieg an diesem Wochenende der Ruhrpegel in Schwerte auf Hochwasserniveau an. Hobbygärtner und Landwirte bekommen echte Probleme.

von Von Patricia Carlucci

, 12.11.2007
Land unter, Teil drei

Wolfgang Freitag schaute in der Amsel nach seinem Garten.

In Villigst lag der so genannte Abflusshöchstwert bei 228 Kubikmetern pro Sekunde. Normal sind im November 26 Kubik. Und auch wenn gestern die Pegelstände wieder leicht sanken, das Hochwasser wird noch einige Zeit das Ruhrtal fluten, schätzt man beim Hochwasserwarndienst in Arnsberg.Seit 40 Jahren Garten in der Amsel „Das ist doch nicht normal!“ findet Wolfgang Freitag. Bereits seit 40 Jahren hat er einen Schrebergarten in der Kleingartenanlage Amsel. Natürlich habe es in dieser Zeit auch mal Hochwasser gegeben. „Aber dreimal hintereinander und davon zweimal schon im August gab es noch nie,“ ist sich der Hobbygärtner sicher.Angst um den Winterweizen Den Campingplatz in Garenfeld traf es ebenfalls bereits zum dritten Mal. Rund um die DLRG-Wachstation sammelt sich das Wasser. „Ich komm` nicht auf meinen Platz,“ so Klaus Mescheder, der eigentlich gemeinsam mit Urenkel Leon nach dem Rechten sehen wollte. Landwirt Henner Papendieck stellt das Wasser vor existenzbedrohende Probleme. Im August verlor er bereits die Kartoffelsaat und mit ihr rund 30 000 Euro. „Und das sind nur die eingebrachten Vertriebsmittel ohne den Gewinnausfall, der noch kommt,“ so Papendieck. Jetzt hat er Angst, auch den neu gesäten Winterweizen zu verlieren. Talsperren nicht göffnet Die Ursachen seien ganz allein im Wetter zu suchen, meint Uwe Jansen vom Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Arnsberg. „Kleine Korrekturmaßnahmen“, wie der Bau des Entlastungsgrabens am Mühlenstrang, stünden da in keinem Zusammenhang. Und auch die Talsperren seien nicht geöffnet worden. „Was viele nicht wissen ist, dass die Möhne über einen Hochwasserschutzraum verfügt,“ so Jansen. Der verhindere derzeit das Überlaufen der Talsperre.An die Lage gewöhnen „Mag sein, dass der extreme Niederschlag mit dem Klimawandel zu tun hat“, mutmaßt er. Eine Entschärfung des Problems kann er daher nicht prognostizieren. „Nehmen wir diese Häufung als Anlass, uns an die Lage zu gewöhnen,“ schlägt Jansen vor.

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