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Hoffen auf einen kalten Winter

SCHWERTE Die Katastrophenstimmung, die der Sturm Kyrill in Januar unter Waldbesitzern und Förstern ausgelöst hat, ist verflogen.

von Von Holger Bergmann

, 20.11.2007
Hoffen auf einen kalten Winter

Am Bürenbruch gibt es immer noch eine „Kyrill-Lichtung“, auf der die Bäume bislang nicht weggeräumt werden wurden.

Der jährliche Waldschadensbericht für NRW hatte zwar am Montag wieder einmal eine fortgeschrittene Schädigung der Laubbaumbestände dokumentiert. Eine Nachricht, die der Schwerter Forstoberinspektor Winfried Hades auf Anfrage unserer Zeitung aber relativierte: „Für den Baumschadensbericht werden ausgesuchte Bäume von Jahr zu Jahr beobachtet. Bei Laubbäumen ist es so, dass sie entweder viele Früchte oder viele Blätter tragen. Wenn sie viele Früchte tragen, sehen sie deshalb durchaus etwas kränklich aus.“Kyrill war eine Katastrophe Auch Forstamtsrat Franz-Josef Pauli atmet am Ende des Jahres etwas auf. „Kyrill war eine Katastrophe, aber die darauf folgende Witterung des Sommers war optimal.“ Optimal, weil die Schädlinge sich nicht vermehren konnten und weil das Wetter die am Boden liegenden Stämme konservierte. Bäume, die mit Wurzelballen umgestürzt waren, blieben grün und boten anders als totes Holz keine Nistmöglichkeit für die Käfer.Gefahr noch nicht gebannt Für Friedrich-Gustav Wassermann von der Forstbetriebsgemeinschaft der Waldbesitzer ist die Gefahr aber noch nicht gebannt: „Die Stämme sind zu 95 Prozent weggeräumt, aber in den entstandenen Lichtungen liegen teilweise noch Holzreste.“ Sein Befürchtung: Wird der Winter zu mild und wenn die Schädlinge nicht „kaputt frieren“, könnten die Käfer mit einem Jahr Verspätung im kommenden Frühjahr einfallen. Nach dem Sturm Kyrill müssen überall in Deutschland Wälder wieder aufgeforstet werden. Deshalb sind die Baumschulen weitgehend ausverkauft, und die Aufforstung auch in Schwerte wird noch dauern.Fit für den Klimawandel Die Zeit nutzen die Verantwortlichen für detaillierte Bepflanzungspläne. Winfried Hades plant, die Lücken mit robusten Douglasien zu füllen. „Wir müssen die Wälder fit für den Klimawandel machen“, so der Forstoberinspektor. „Douglasien gab es schon vor der Eiszeit in Europa, die verkraften Klimawandel besser.“

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