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Großer Andrang beim Paulus-Oratorium

SCHWERTE Einen Parkplatz am Freischütz zu finden war am Freitagabend ein abenteuerliches Unterfangen, so groß war der Andrang zur Aufführung des Oratoriums "Paulus", op.36 von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

von Von Melanie Schwuchow

, 18.11.2007
Großer Andrang beim Paulus-Oratorium

Das Paulus-Oratorium wurde im Freischütz aufgeführt.

Der Chor der Konzertgesellschaft Schwerte und der Oratorienchor der Stadt Kamen e.V. fanden sich unter der Leitung von Franz-Leo Matzerath zu diesem großen musikalischen Projekt zusammen. Vor der stimmungsvollen Kulisse des Jugendstil Saales präsentierte sich der Chor, begleitet von der Neuen Philharmonie Westfalen, einem interessierten Publikum.

Beeinflusst von J.S.Bach und G.F.Händel komponierte Mendelssohn 1836 dieses Oratorium in zwei Teilen mit Texten aus der Bibel und Chorälen "aus dem Gesangbuch", und schuf somit eines der bedeutendsten Oratorien der Romantik.

Unterstützt durch die Gesangssolisten Antje Bitterlich (Sopran), Simone Asúa-Honert (Sopran), Andreas Post (Tenor) und Werner Maxin (Bass) schaffte es der Chor, den großen Spannungsbogen durch dieses gewaltige Werk zu halten und im zweiten Teil noch zu steigern. Mal mitreißend und rhythmisch in "Steiniget ihn! Er lästert Gott!", dann wieder besänftigend wie in "Seid uns gnädig, hohe Götter!" waren die Sänger und Sängerinnen immer in der Lage, die musikalische Botschaft zu vermitteln, auch wenn dabei die Verständlichkeit des Textes manchmal etwas zu kurz kam.

Routiniertes Dirigat

Matzerath formt durch sein besonnenes und routiniertes Dirigat im Laufe des Konzertes einen einheitlichen, besonders schönen Klangkörper, was bei der Menge der Ausführenden nicht selbstverständlich ist. Die Tempi wirkten frisch und in sich stimmig, dennoch hätte man sich manchmal mehr Agogik gewünscht, um der zeitweise fast lautmalerischen Musik Mendelssohns etwas mehr Raum zu verschaffen.

Beispielhaft hierfür waren die herausragend gesungenen Arien und Rezitative des Tenors Andreas Post, der dem Publikum durch seine facettenreiche Stimme und Musikalität besonders schöne Momente bescherte. Auffallend schön gelangen auch die Arien der Sopranistin Antje Bitterlich ("Jerusalem! Die du tötest die Propheten") und das Duett von Post und dem Bassisten Maxin "Denn also hat der Herr geboten". Trotz seiner Länge hat dieses Werk durch die Jahrhunderte nichts von seinem Zauber verloren und wer wollte, konnte sich dieses wunderschöne Konzert am Sonntagabend in der Konzertaula Kamen ein zweites Mal anhören.

 

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