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Ein Haus mit Charakter

SCHWERTE Seine Verwandlung haben sie hautnah miterlebt. Seit drei Monaten renovieren Annika Schulz und Jens Ullmann ihr Fachwerkhaus in der Mühlenstraße, gebaut 1800.

von Von Nicole Jankowski

, 02.11.2007
Ein Haus mit Charakter

Annika Schulz und Jens Ullmann vor ihrem Traumhaus in der Mühlenstraße.

Der Umzug ist in drei Wochen, so langsam läuft die Zeit davon. Gerade sind die Parkettfachleute da, sie haben die alten Holzdielen abgeschliffen, jetzt muss der Boden noch versiegelt werden. Im ersten Stock ruhen alle anderen Arbeiten. „Das sind die ersten Tage, in denen wir mal durchatmen können“, erzählt Annika Schulz. Haus im Internet gefunden Seit Anfang August sind sie und ihr Freund fast täglich vor Ort. Im Internet hatten sie das Haus gefunden und waren begeistert. „Ein süßes Haus mit Charakter, eine ideale Lage“, diese Gründe sprachen für den Kauf, erzählt die Berufsschullehrerin. Gegenargumente waren ebenso schnell gefunden: Das Haus war eng und klein, die Wände mit Zement verputzt, die Renovierung des denkmalgeschützten Hauses musste mit dem Amt abgestimmt werden. „Man macht sich vorher keine Vorstellung, wieviel Arbeit da drin steckt“, betont sie.Drei Monate nur eingerissen Wände einreißen und Putz abschlagen, das waren drei Monate lang die täglichen Arbeiten für die beiden Noch-Dortmunder. Damit die 200 Jahre alten Balken nicht langsam, aber sicher vermodern, sollte atmungsaktiver Lehmputz auf die Wände – der alte Zementputz musste runter. „Irgendwann hat man nur noch Schmerzen“, erinnert sich Annnika Schulz. Für das Verputzen der Wände ist der Dortmunder Experte Harald Vidrik zuständig. Er machte dem Paar Mut für das Wagnis Hausrenovierung. Lehm wird auf die Wände geworfen Vor dem Haus dreht sich der Zementmischer. Stroh, Sand, Ton, Schluff und Wasser werden hier vermengt. Mit einer Schubkarre fährt Harald Vidrik die braune Masse zu einer Wand im Untergeschoss. Sein Pulli und die Hose sind mit Lehmspritzern übersät. Denn Vidrik streicht die Wände nicht – er bewirft sie mit Lehm. Immer wieder greift er mit seinen rosa behandschuhten Händen in die Lehmmasse, Sekunden später klebt ein brauner Flatschen an der Wand. „Werfen geht einfach schneller“, erklärt der Experte. Anschließend muss die Lehmschicht geglättet werden, bevor eine zweite oder dritte Schicht aufgetragen werden kann.

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