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Die Spielplatzfamilie von der Ruhrstraße

Eingeschworene Gemeinschaft

Seit Jahr und Tag verpassen sie keinen Nachmittag auf dem Spielplatz an der Ruhrstraße, sind eine eingeschworene Gemeinschaft, fast wie eine Familie: Die Mütter-Runde und Willi (44). Der Hahn im Korb hat schon als Kind hier gespielt.

SCHWERTE

von Von Reinhard Schmitz

, 12.05.2011
Die Spielplatzfamilie von der Ruhrstraße

Bei fast jedem Wetter trifft sich die "Spielplatzfamilie" seit Jahren an der Ruhrstraße. Willi (blaues T-Shirt) ist dabei der Hahn im Korb.

„Wir begrüßen ihn jedesmal mit einer La-Ola-Welle, wenn er nach Feierabend kommt“, lacht Nicole Meinks (40) und nippt an ihrem Plastikbecher voller Kaffee. Sebastian (6) nascht lieber an den Kirschen. Zum Reingreifen stehen daneben Schalen mit Erdbeeren und Chipstüten auf der Platte. Alle haben etwas mitgebracht für die lustige Runde. Auch den roten Aschenbecher, damit keine Kippe im Sand landen muss. Für die anderen Abfälle hängt ein Deichmann-Plastikbeutel am Tischbein. Die große „Spielplatz-Familie“ hat sich organisiert in all den Jahren. Wer sie gegründet hat, weiß keiner mehr so genau. „Das hat sich so ergeben“, sagt das 64-jährige Urgestein, das alle nur Tante Heidi nennen: „Eine Truppe hat sich gefunden, die gut zusammen passt.“

Und wie. Man passt gegenseitig auf die Kinder auf. Tauscht Kinderkleidung, aus denen der eigene Nachwuchs herausgewachsen ist. Fragt nach den Wünschen der anderen, bevor man zum Einkaufen in den Rewe hinübergeht. Die Spielplatzfamilie vereint alle, ob sie aus Nord- oder Süddeutschland stammen, wie beispielsweise Nicole. Andere zog es nach Jahren im Sauerland wieder in die Ruhrstadt zurück. Sie bekommen leuchtende Augen, wenn Ur-Schwerter Willi ihnen von den früheren Kriech-Röhren und der Kletter-Lok erzählt: „Da hieß der Spielplatz noch ,Hagener‘, nicht ,Polizei‘“, erinnert er sich.

Lange, lange ist´s her. Mittlerweile bringt Bianka (37), die einst in der großen Familie Spielkameraden für ihre Tochter Jessika fand, manchmal schon Enkelchen Luca (9 Monate) mit. Die dritte Generation der Truppe, die sich von keinem Wetter unterkriegen lässt. Manchmal klingt die Runde auch in einer Privatwohnung aus. Bei deren Renovierung sich die Männer der Spielplatzmütter oft gegenseitig helfen. Genauso wie bei Dachreparaturen oder Problemen mit dem Auto. Manchmal tauscht man sogar die Wohnungsschlüssel aus. Wenn eine aus der Gruppe mal ganz eilig aufs stille Örtchen muss.

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