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Auch ohne Max und Moritz ein Erfolg

Schwerte K „Wie beglückt ist doch ein Mann, wenn er Gedichte machen kann“, schrieb einst Wilhelm Busch.

von Von Patricia Carlucci

, 08.11.2007
Auch ohne Max und Moritz ein Erfolg

Pago Bahlke begeisterte in der Rohrmeisterei. Foto: Oskar Neubauer

Dass er auch fast 100 Jahre nach seinem Tod volle Säle mit seinen Dichtungen beglückt, damit wird er wohl nicht gerechnet haben. Am Mittwochabend fanden im Rahmen der 45. Schwerter Kleinkunstwochen Pago Bahlke und Pianist Nicolai Thein in die Rohrmeisterei, um mit Gedichten und Zeichnungen vor Augen zu führen, dass Wilhelm Busch mehr war als nur ein Kinderlyriker.Der menschliche Makel Das Programm widmete sich dem menschlichen Makel, wie ihn Wilhelm Busch in seinen Dichtungen zeichnete. Dass er dabei aber auch sich selbst nicht ausließ, stellten Bahlke und Thein gleich zu Beginn ihrer Performance dar. Den selbstverliebten Dichter voller Begeisterung über seine eigene Genialität mimt Bahlke mit vollem Körpereinsatz und Hechtsprung in die Zuschauerreihen. Doch auch allen Nichtdichtern konnte Busch etwas Komisches abgewinnen. „Im Durchschnitt ist man kummervoll und weiß nicht, was man machen soll“, rezitierte Bahlke die misanthrope Sichtweise des Dichters. Spätestens mit den Geschichten von Tobias Knopp, der nicht nur Probleme mit seiner Figur hat, sondern auch beim Besuch von Freunden auf Probleme stößt, war klar, dass mit Bahlke und Thein Profis am Werk sind. Was der eine mit der Stimme konnte, tat der Andere am Klavier. Vielseitige Stimme, Teekistenbass und ein virtuoser Pianist Mit wunderbarer Hörbuchstimme konnte man sich an Bahlke nicht satt hören. Dialekte und Karikaturen oder Gesangseinlagen: kein Problem. Nebenbei zupfte er den Teekistenbass und ließ das Aquaphon schwingen. Und dieser Theins! Von Mozart bis Rachmaninoff verlangte er dem Bösendorfer alles ab. Und haben Sie einmal jemanden humorvoll Klavier spielen sehen? Theins beherrscht die Kunst, etwa zur Untermalung von Buschs Bilderreihe „Der Virtuose“, mit Händen und Füßen spielend.Nur die Action-Anteile Doch auch für alle, die an mit Geschichten von Max und Moritz oder der frommen Helene gerechnet hatten, brachten die Beiden etwas mit. „Knusper, knatter, kacks, schnitter, schnitter“, verlas Bahlke aus einem Wälzer und fügte hinzu: „Wir haben uns auf die Action-Anteile beschränkt“.

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