Schweine in der Hitze gelassen? Peta erstattet Anzeige gegen Venneker

dzTiertransporte

Die Tierschutzorganisation Peta hat Anzeige gegen die Venneker-Gruppe aus Nordkirchen erstattet. Ein Fahrer soll Schweine eineinhalb Stunden lang in großer Hitze alleingelassen haben.

Nordkirchen

, 09.10.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tierschutzorganisation Peta wirft dem Viehhandel Venneker Tierquälerei vor: Ein Video soll zeigen, wie mehrere Schweine in einem Transporter des Nordkirchener Unternehmens unter großer Hitze leiden und keinen Zugang zu Wasser haben. Peta veröffentlichte auf ihrem Blog am Freitag (9. Oktober) ein Video, das eine Augenzeugin aufgenommen und anschließend der Organisation zur Verfügung gestellt haben soll.

Der Frau sei der Anhänger am 15. September in Iserlohn auf der Sümmerner Straße aufgefallen, wie Peta mitteilt. Er habe dort zwischen 18.50 und 20.20 Uhr gestanden. „Das Thermometer im Auto der Informantin zeigte zu dieser Zeit noch über 30 Grad“, heißt es in einer Erklärung der Organisation. Das Video zeige stark hechelnde Tiere. „Die Augenzeugin berichtete außerdem, dass einige der Schweine apathisch und mit verdrehten Augen am Boden lagen.“

Peta habe auf Grundlage dieses Videos Anzeige gegen Venneker erstattet: „Wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, gegen die EU- sowie die deutsche Tierschutztransportverordnung und gegen die Tierschutzschlachtverordnung.“

Venneker widerspricht: „Sind keine Tierquäler“

Darüber hinaus fordere die Organisation ein generelles Verbot von Tiertransporten: „Transporte bedeuten immer Tierquälerei und großen Stress für die Tiere. Sie müssen häufig stundenlang eng gedrängt in den Transportern ausharren und verletzen sich dabei gegenseitig, wenn sie beispielsweise aus Platzmangel auf liegende Artgenossen treten“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung von Peta. „Ich muss nicht betonen, dass diese Branche mit die am skrupelloseste ist, die mit erheblicher krimineller Energie arbeitet, der Gesetzlichkeiten völlig egal sind.“

Dem widerspricht Matthias Bussmann, bei Venneker zuständig für die Viehlogistik: „Wir sind ganz sicher keine Tierquäler. Unsere Transporter haben mindestens 100 Liter Wasser an Bord und sind klimatisiert. Das geht mittlerweile alles automatisch.“

Für Peta besteht kein Zweifel, dass es sich bei dem Anhänger um ein Fahrzeug der Firma Venneker gehandelt hat. Bussmann kann das noch nicht bestätigen: „Wir müssen jetzt erst einmal schauen, ob das einer von uns war.“ Das Unternehmen habe zwischen 50 und 60 Transporter auf den Straßen. Bevor man den Fall nicht geprüft hat, könne sich der Betrieb dazu auch nicht näher äußern.

Peta geht davon aus, dass die Schweine „für eine nicht unerhebliche Dauer“ sehr hohen Temperaturen ausgesetzt waren. „Laut Tierschutztransportverordnung dürfen ab 30 Grad auf der Ladefläche keine Transporte stattfinden – ein Verbot, das regelmäßig übergangen wird“, so Dr. Haferbeck.

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