Schüsse auf Büro des SPD-Abgeordneten Karamba Diaby

Kriminalität

Unbekannte haben auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle geschossen. Das teilte der Politiker am Mittwoch mit. So reagiert er auf den Angriff via Twitter.

Halle/Berlin

von Felix Huesmann

, 15.01.2020, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schüsse auf Büro des SPD-Abgeordneten Karamba Diaby

Unbekannte haben auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle geschossen. © Petra Buch/dpa

Unbekannte haben auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle (Saale) geschossen. Das teilte Diaby am Mittwoch mit. Fünf Einschusslöcher seien am Mittwochmorgen in der Fensterscheibe des Büros entdeckt worden. Dort sei das Konterfei des Abgeordneten zu sehen gewesen

Mehrere Einschusslöcher im Fenster

„Ich verurteile diese Gewalt. Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln“, teilte Diaby mit. Die Hintergründe seien noch nicht klar, „deshalb kann ich mich dazu noch nicht näher äußern.“ Die Polizei Halle bestätigte die Ermittlungen am frühen Mittwochabend in einer Pressemitteilung.

In der Kleinen Ulrichstraße sei „offenbar auf mehrere Gebäude geschossen“ worden. Am Büro des Bundestagsabgeordneten seien „mehrere Einschusslöcher an einem Schaufenster festgestellt“ worden. Projektile fand die Polizei demnach nicht.

„Durch was diese Sachbeschädigungen verursacht wurden, kann die Polizei derzeit nicht sagen“, teilte die Behörde weiter mit. Auch an zwei weiteren Gebäuden in der Straße seien „Rückstände eines möglichen Beschusses festgestellt“ worden.

Es ist allerdings nicht der erste Angriff auf das Bürgerbüro Diabys. Der MDR berichtete bereits im Juni 2015 von einer Attacke. Damals war die Schaufensterscheibe des Büros nachts eingeworfen worden. Auch das Wahlkreisbüro des CDU-Bundestagsabgeordneten Christoph Begner war damals mit blauer Farbe beworfen worden.

„Angriffe nicht auf die leichte Schulter nehmen“

Karamba Diaby setzt sich immer wieder lautstark gegen Rechtsextremismus ein und ist seit Jahren Ziel rechtsextremer Hasskommentare und Bedrohungen.

Politiker mehrerer Parteien drückten am Mittwochnachmittag ihre Solidarität mit Diaby aus. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer schrieb auf Twitter: „Solche Angriffe dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch dabei muss unsere Demokratie wehrhaft sein und sollten alle Demokraten zusammenhalten.“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatsminister für Europa, Michael Roth, schrieb: „Die Saat des Hasses geht auf. Der #Rechtsterrorismus schreckt vor nichts zurück. Nicht beirren lassen, lieber @KarambaDiaby!“

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