Schlapper Kinderjux "Anchorman"

Neu im Kino

Etwa eine Viertelstunde lang hofft man auf eine Satire. Die abrechnet mit dem amerikanischen Fernsehen für Hohlköpfe, das sich nach der Quote schielend an die Doofen heranschleimt und dabei immer groteskere Säue durchs mediale Dorf treibt.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 02.02.2014, 12:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Steve Carell spielt Brick Tamland.

Steve Carell spielt Brick Tamland.

Leider, leider ist Adam McKays "Anchorman - Die Legende kehrt zurück" nur eine dieser Instant-Schmalspur-Komödien, die mit allen hemdsärmeligen Mitteln aufs Zwerchfell zielen und für den Kopf nichts zu bieten haben. Banalste Hauruck-Gags (wohlgemerkt keine Pointen) werden brachial aufgetischt, wohl in der Hoffnung, dass aus der Diskrepanz zwischen Gesagtem und seiner Präsentation eine Art ironische Qualität entstehen möge.Vordergründig und plakativ

Nein. Hier ist nichts hintergründig, gar subversiv, alles ist vordergründig und plakativ. Der ölige TV-Moderator Ron Burgundy (Will Ferrell) verliert seinen Job beim Sender. Da tut sich eine Chance auf: In New York soll ein Kanal starten, der 24 Stunden Nachrichten sendet, "GNN" sein Name. Burgundy soll moderieren.

Man merkt schon, dass der Film in den 70er-Jahren spielt. Er leiht sich die Hits der Zeit, auch die Modesünden wie Fönfrisur, Afro-Krause, Breitkrawatten. Außer lahmen Tritten gegen die politische Korrektheit weiß der Film mit den 70ern nichts anzufangen.

Burgundys Viererbande, darunter Steve Carell, revolutioniert mit ihrem Müll das Fernsehen. Frivolitäten, peinliche Sprücheklopferei. Kein Timing, kein Biss, grimassierende Darsteller, die sich vor der Kamera scheckiglachen. Kinderkram.

 

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