Sars-CoV-2: Was wir über das neuartige Coronavirus (nicht) wissen

Coronavirus

Die Corona-Pandemie ist ein Lernprozess. Tagtäglich sammeln Wissenschaftler neue Erkenntnisse über das Virus Sars-CoV-2 – und müssen alte revidieren. Nach wie vor herrschen Unklarheiten.

von Laura Beigel

, 08.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Hinblick auf das Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es noch einige Unklarheiten.

In Hinblick auf das Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es noch einige Unklarheiten. © -/NIAID-RML/AP/dpa

Rund sieben Monate sind vergangen, seit die erste Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland nachgewiesen wurde. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge haben sich mittlerweile mehr als 250.000 Deutsche mit dem Erreger infiziert. Obwohl es immer noch mehrere Wissenslücken gibt, gewinnt die Forschung mit jedem Tag neue Erkenntnisse über das Virus. Hier einige Beispiele:

Das wissen wir über Sars-CoV-2

Sars-CoV-2 zählt zu den Coronaviren, die von Forschern erstmals Mitte der 1960er Jahre entdeckt wurden. Der neuartige Erreger ist von Mensch zu Mensch übertragbar und Auslöser der Krankheit Covid-19. Hauptübertragungsweg ist eine Infektion über ausgeatmete Tröpfchen und Aerosole. Aber auch eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist „nicht auszuschließen“, heißt es vom RKI.

Um Infektionen mit Sars-CoV-2 nachzuweisen, nutzen Mediziner PCR-Tests. Dafür nehmen sie Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Inzwischen wurden mehr als zehn Millionen Tests in Deutschland durchgeführt. Erfasste das RKI in der elften Kalenderwoche (9. bis 15. März) rund 127.000 Corona-Tests, waren es in 33. Kalenderwoche (10. bis 16. August) schon mehr als 875.000.

Die hohe Anzahl der Tests sorgt zwar dafür, dass zuvor unerkannte Infektionen entdeckt werden. „Das heißt aber nicht, dass die beobachteten steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären wären“, teilt das RKI mit. Entscheidend ist auch, wie viele Getestete tatsächlich positiv getestet werden.

Wer an Sars-CoV-2 erkrankt, entwickelt meist grippeähnliche Symptome wie Husten und Fieber. Auch Übelkeit und Durchfall können auf eine Corona-Infektion hindeuten – oder es treten erst gar keine Symptome auf. Corona-Infizierte müssen sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Frühestens zehn Tage nach Krankheitsbeginn wird diese aufgehoben, wenn Patienten seit mindestens zwei Tagen symptomfrei sind.

Einen vorbeugenden Infektionsschutz sieht das Bundesgesundheitsministerium in den AHA-Regeln: Abstand einhalten (mindestens 1,5 Meter), auf Hygiene achten und Alltagsmasken tragen.

Das wissen wir nicht über Sars-CoV-2

Strittig ist, ob Alltagsmasken wirklich effektiv gegen das Virus sind. Zumindest größere Atemtröpfchen fangen sie ab. Aerosole hingegen entweichen an den Maskenrändern, treffen aber gegenüberstehende Personen nicht direkt. Trotzdem können sich die Partikel bei unzureichender Frischluftzufuhr in der Raumluft anreichern – und eingeatmet werden.

Ebenfalls noch weitgehend unerforscht sind die Langzeitfolgen einer Sars-CoV-2-Infektion. Studien legen nahe, dass langfristige Schäden an mehreren Organen wie der Lunge, dem Gehirn oder Herzen auftreten können.

Auch über die Dauer der Immunität nach einer Corona-Infektion ist bisher wenig bekannt. Der erste Corona-Infizierte in Deutschland soll schon rund einen Monat nach seiner Genesung keine Antikörper mehr gehabt haben. Eine RKI-Studie aus Bad Feilnbach hat vor zwei Wochen gezeigt, dass 39,9 Prozent der infizierten Einwohner erst gar keine Antikörper gegen Sars-CoV-2 gebildet haben.

Unklar ist außerdem, wann ein Impfstoff gegen das Virus zur Verfügung steht. 176 Impfstoffkandidaten listet die Weltgesundheitsorganisation derzeit. Am weitesten vorangeschritten sind die Vakzine der Oxford University, der Firma Moderna sowie der Pharmakonzerne Biontech und Pfizer. “Ich gehe davon aus, dass es Ende 2020 und Anfang nächsten Jahres Zulassungen geben wird“, zeigte sich der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Prof. Klaus Cichutek, optimistisch.

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