Sahra Wagenknechts Buch: eine „Kriegserklärung an junge Menschen“

Politik

Die ehemalige Fraktionschefin der Linken Sahra Wagenknecht soll in ihrem neuen Buch Antirassismus- und Umweltbewegungen herabwürdigen. Parteivorstandsmitglieder fordern konkrete Konsequenzen.

Berlin

09.04.2021, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sahra Wagenknechts neues Buch steht innerhalb der Partei in großer Kritik.

Sahra Wagenknechts neues Buch steht innerhalb der Partei in großer Kritik. © picture alliance/dpa

Mehrere Parteivorstandsmitglieder der Linken fordern einem Bericht zufolge einen Verzicht ihrer ehemaligen Fraktionschefin Sahra Wagenknecht auf eine Bundestagskandidatur. Hintergrund seien kürzlich verbreitete Auszüge aus ihrem neuem Buch „Die Selbstgerechten“, hieß es am Freitag in einem „Spiegel“-Bericht. Das Buch, das am kommenden Mittwoch offiziell erscheinen soll, sehen die Kritiker demnach als eine Art Generalabrechnung mit der eigenen Partei.

BLM und FFF als „selbstgerecht“ dargestellt

Wagenknecht tritt an diesem Wochenende in Nordrhein-Westfalen als Spitzenkandidatin auf Platz eins der Landesliste an, um bei der Wahl am 26. September in den Bundestag gewählt zu werden. Mit ihrem neuen Buch verunglimpfe Wagenknecht Bewegungen wie Unteilbar, Black Lives Matter oder Fridays for Future als „selbstgerecht“, warf ihr etwa der bayerische Politiker Johannes König im „Spiegel“ vor.

Wagenknechts Buch sei „eine Kriegserklärung an Hunderttausende junge Menschen, die uns wählen und sich für Klimaschutz und Antirassismus einsetzen“, sagte der Linken-Abgeordnete Niema Movassat dem Nachrichtenmagazin. Wagenknecht wies die Kritik an ihrem Buch dem „Spiegel“ zufolge zurück.

Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber wertete sie die vorzeitige Veröffentlichung einzelner Passagen aus ihrem neuen Buch als gezieltes Manöver gegen die von ihr angestrebte Bundestagskandidatur. „Mit aus dem Zusammenhang gerissenen, teils verfälschten Zitaten ein völlig verzerrtes Bild vom Inhalt meines Buches zu vermitteln, um meine Wiederaufstellung zu verhindern, ist kein guter Umgang miteinander“, teilte Wageknecht der Deutschen Presse-Agentur mit.

dpa

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