Rotes Kreuz im Kreis Coesfeld und Kinderklinik bereiten sich vor auf das Coronavirus

dzCovid-19

In NRW gibt es den ersten bestätigten Fall des Coronavirus. Damit rückt die Krankheit auch näher an Nordkirchen und Olfen heran. Hier laufen schon die Vorbereitungen auf den Ernstfall.

Nordkirchen, Olfen

, 26.02.2020, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem ersten bestätigten Fall des Coronavirusvirus, oder Covid-19, in NRW ist das Thema auch im Kreis Coesfeld angekommen. Bei den zuständigen Stellen läuft die Vorbereitung auf mögliche Erkrankungsfälle bereits seit Längerem.

Auf Anfrage bestätigt Christoph Schlütermann, Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Coesfeld, dass das DRK die aktuelle Informationslage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert-Koch-Instituts sehr genau verfolge. Dazu befindet sich das Rote Kreuz im ständigen Austausch mit dem Kreis Coesfeld und auch auf Ebene der Bezirksregierung in Münster.

Niemand soll in Panik verfallen

Fest stehe, so Schlütermann: „Einen Erkrankungsfall kann man nicht mehr ausschließen.“ Aber: In Panik solle niemand verfallen. Für das Rote Kreuz, das auch im Katastrophenschutz involviert ist, gelte es, gut vorbereitet zu sein auf einen möglichen Ausbruch der Krankheit im Kreis.

„Einen Erkrankungsfall kann man nicht mehr ausschließen.“
Christoph Schlütermann, DRK-Vorstand im Kreis Coesfeld

Auf ein Problem ist das DRK bereits gut vorbereitet: So werden derzeit weltweit die Bestände an Schutzkleidung, also unter anderem Einmalanzüge und Atemmasken, knapp. Schlütermann sagt: „Wir haben beim DRK im Kreis ausreichende Bestände.“ Im „Normalbetrieb“ würden diese für etwa ein Jahr ausreichen, erklärt er. Zu diesem Normalbetrieb zählen auch Krankenfahrten bei Fällen von Meningitis oder Tuberkulose, zählt der DRK-Vorstand auf.

Würden die Schutzmittel ausgehen, wäre das allerdings ein großes Problem, fügt Schlütermann hinzu.

Für das Coronavirus speziell gibt es keinen festgeschriebenen Automatismus, sagt Dr. Heinrich Völker-Feldmann vom Kreis Coesfeld. Das bedUmzug Olfeneutet konkret, dass auch bei einer Infektion mit Covid-19 der gleiche Ablauf greifen würde, wie bei anderen Infektionen auch.

Infektionskette erkennen und durchbrechen

In einem solchen Fall würde das Kreisgesundheitsamt Kontakt zum Patienten aufnehmen, zu den behandelnden Ärzten und Schritt für Schritt rekonstruieren, wie sich der Patient infiziert hat. Die Infektionskette erkennen „und durchbrechen“, erklärt Völker-Feldmann das Vorgehen.

Welche Maßnahmen dann konkret ergriffen werden, seien vom Einzelfall abhängig, sagt der Mediziner. Handelt es sich bei dem Patienten zum Beispiel um einen alleine Lebenden oder um jemanden mit Kindern und Familie im Haus? Das seien Fragen, die dabei eine Rolle spielten.

Fest steht: Der Kreis ist auf Infektionskrankheiten vorbereitet, dabei unterscheidet sich die Vorgehensweise bei einem Fall des Coronavirus nicht von anderen ansteckenden Krankheiten.

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Quarantäne-Zimmer in der Kinderklinik Datteln

Die Vestische Kinder- und Jugendklinik in Datteln ist für viele Eltern in Olfen und Nordkirchen die nächstgelegene und damit auch ein wichtiger Anlaufpunkt, wenn es um Erkrankungen ihrer Kinder geht.

Pressesprecherin Hannah Iserloh appelliert auch hier an die Eltern, Ruhe zu bewahren. Die Klinik selbst sei auf Erkrankungsfälle mit Covid-19 vorbereitet, unter anderem mit Quarantäne-Zimmern, von denen einige auch luft-isoliert seien.

Diese Zimmer nutze das Krankenhaus unter anderem bei ansteckenden Krankheiten, wie der Influenza oder wenn Patienten, zum Beispiel während der Chemotherapie, ein besonders geschwächtes Immunsystem haben.

Für das Klinikpersonal gebe es Standard-Arbeitsanweisungen (SOP - Standard Operation Procedures), die Regeln vorgeben, nach welchen Regeln die Mitarbeiter im Alltagsbetrieb und bei bestimmten Krankheitsverdachtsfällen arbeiten.

Auf persönliche Hygiene achten

Ausschlaggebend für dieses Regelwerk, das ständig aktualisiert werde, seien Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, sagt Hannah Iserloh.

Grundsätzlich empfiehlt auch die Klinik-Sprecherin, nicht in Panik zu verfallen, sondern auf die eigene Hygiene zu achten, regelmäßig die Hände zu waschen und auf den Handschlag zur Begrüßung zu verzichten.

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