Robin Dutt stellt die Trainerfrage beim VfL Bochum - das Präsidium vertagt sie auf Montag

dzVfL Bochum

Wenn der Trainer die Trainerfrage aufwirft, ist einiges im Argen. Beim VfL Bochum wurde am Sonntag intensiv über die Zukunft von Robin Dutt geredet, der sie am Samstag überraschend aufgeworfen hatte.

Bochum

, 25.08.2019, 21:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es kam wie ein Blitz aus fast heiterem Himmel. In der Pressekonferenz nach dem 3:3 gegen Wehen Wiesbaden am Samstag verzichtete Robin Dutt auf eine Spielanalyse. Stattdessen sprach der Trainer des VfL Bochum über einen möglichen Rücktritt. „Ich werde mich am Sonntag mit Sebastian Schindzielorz austauschen und dabei auch über meine Position sprechen“, sagte der Fußballlehrer.

Große Runde mit dem Präsidium

Dieses Vier-Augen-Gespräch hat mittlerweile stattgefunden. Am Sonntagnachmittag kam es zur großen Runde mit dem Präsidium. Ein Ergebnis verkündete der Klub nicht, die Entscheidung über die Zukunft des Cheftrainers wurde auf Montag verschoben.

Auch die Kluboberen waren überrascht davon, dass Dutt so in die Offensive ging. Denn eine Trainerdiskussion hatte es bis dato überhaupt nicht gegeben, weder die Fans noch die Vereinsführung stellten Dutt infrage. Das machte er schließlich selbst. „Wenn meine Mannschaft so auftritt und wir nach vier Spielen nur zwei Punkte geholt haben, dann haben wir Fehler gemacht. Dafür bin ich verantwortlich.“

Umbruch nie ernsthaft vollzogen

Dutt bedankte sich für die „große Wertschätzung“, die er seit seinem Amtsantritt im Februar 2018 erfährt. Er schaffte mit dem VfL in der schwierigen Situation souverän den Klassenerhalt. Die darauffolgende Saison war von Höhen und Tiefen geprägt, ehe der Start in diese Spielzeit misslang.

Der angekündigte, aber nie ernsthaft vollgezogene Umbruch der Mannschaft droht zur großen Belastung zu werden, die Transferpolitik wirft viele Fragen auf. Leistungsträger wurden nicht ersetzt, auf vielen Positionen gibt es Probleme. Speziell der Auftritt an diesem Wochenende hat den Fußballlehrer zusätzlich enttäuscht. Zu desolat war die Leistung in der ersten Halbzeit. Schon nach 45 Minuten lag der VfL mit 0:3 zurück. Robin Dutt entschuldigte sich später für diese Darbietung. Erst nach dem Seitenwechsel zeigte die Mannschaft Moral und kämpfte sich zurück.

Gaben Riemann und Losilla die Taktik vor?

Für viele Diskussionen sorgt in Bochum zudem das Geschehen in der Kabine. So soll Robin Dutt auf eine Pausenansprache verzichtet haben, stattdessen appellierte Manager Sebastian Schindzielorz an die Ehre der Spieler. Die Taktik sollen Kapitän Anthony Losilla und Torhüter Manuel Riemann vorgegeben haben.

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Dass es gewaltig knirscht beim VfL, bestätigte der Keeper in einem Interview nach der Partie. Öffentlich kritisierte er die Haltung einiger Mitspieler, „die einiges zu locker nehmen und andere anmeckern, wenn man was sagt.“ Gegen diese Nachlässigkeiten scheint Robin Dutt derzeit vergeblich anzukämpfen.

Dutt rudert leicht zurück

Ob es da hilft, dass der 54-Jährige die Trainerfrage nun selbst gestellt hat, bleibt fraglich. Am Sonntag ruderte er schon leicht zurück. Seine Pressekonferenz sei vor allem als Weckruf zu verstehen, sagte er bei Sky. „Manche Dinge werden im Fußball zu spät angesprochen. Ich möchte das frühzeitig tun, damit es noch Lösungen geben kann.“ Mit Schindzielorz habe er gemeinsam besprochen, was notwendig sei, „um hier gemeinsam weiterzumachen.“

Konkreter wurde er nicht und ob eine Rückkehr auf die Trainerbank denkbar ist, ließ er offen. Denn klar ist: Einen angezählten Chefcoach kann der Verein nicht gebrauchen. Das sagte Robin Dutt am Samstag noch höchstselbst.

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