Roadshow Elektromobilität: Welches Ziel die Gemeinde mit dem Aktionstag verfolgt

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Bei der Roadshow Elektromobilität konnten Nordkirchener am Donnerstag vom E-Fahrrad bis zum 83.000-Euro-Tesla verschiedene Elektorfahrzeuge ausprobieren. Dahinter stecken noch größere Pläne.

Nordkirchen

, 30.08.2019, 08:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Roadshow Elektromobilität haben die Gemeinde Nordkirchen und die Energieagentur NRW am Donnerstag die Werbetrommel für elektrische Fortbewegungsmittel gerührt. Vom einfachen Elektro-Klapprad bis zum mehr als 80.000 Euro teuren Nobel-E-Auto von Tesla war das Angebot groß, das im Mühlenpark aufgefahren wurde. Und: Nicht nur Nachfragen war erwünscht, sondern ausdrücklich auch Ausprobieren.

Spätestens beim Einsteigen in den Tesla zeigt sich, das Autofahren mit dem Elektroauto nochmal etwas anders ist, als man es gewohnt ist. So blieben am Donnerstag auch viele Marktbesucher, die nur an dem Infostand von Energieagentur und Gemeinde vorbeigingen, einen Moment neben dem von außen unscheinbaren Auto stehen, um einen Blick in das futuristische Cockpit zu werfen und sich dann doch einmal kurz reinzusetzen.

Interesse an Lastenfahrräder genauso groß, wie am Tesla

Drinnen begrüßt den Fahrer ein riesiger Bildschirm in der Mittelkonsole. Den Zündschlüssel sucht man als Fahrer ebenso vergeblich wie ein Motorengeräusch.

Ebenso spannend wie der allein wegen seines Preises exotische Tesla war für viele Besucher aber auch das Angebot an Lastenfahrrädern.

Sinn der Roadshow sei es, zu informieren, machte Bürgermeister Dietmar Bergmann am Donnerstag deutlich. Gerade mit Blick auf die geplanten Mobilstationen gehe es der Gemeinde aber auch darum, zu erfahren, welche Fortbewegungsmittel in Nordkirchen überhaupt gebraucht werden. Also: Womit sollten die Mobilstationen ausgestattet werden?

Fragebögen gehen an alle Haushalte

Für diese Frage will die Gemeinde, die zurzeit einen Förderantrag für die Mobilstationen beim Land laufen hat, ganz konkrete Antworten finden. Unter anderem mit einer Befragung von Nordkirchener Bürgern und Gewerbetreibenden, die bald an alle Haushalte geht, aber auch online beantwortet werden kann.

Unterstützt wird die Gemeinde dabei vom Ingenieurbüro Infinite IITP des Nordkircheners Björn Paulus. Dabei gehe es darum, verschiedene Angebote zu testen und im nächsten Schritt die Mobilstationen entsprechend auszustatten, erklärt Paulus. Und: Bürger können auch eigene Vorschläge machen, wie sich die Mobilität in Nordkirchen verbessern lassen könnte.

„Man müsste viel häufiger über das ganz normale Fahrrad sprechen.“
Manfried Gunther Kuliga

Am Ende soll sich ein Netzwerk entwickeln, bei dem sich öffentliche Verkehrsmittel und individuelle Fortbewegungsmittel, wie beispielsweise E-Scooter und Car-Sharing-Autos so ergänzen, dass für Wege innerhalb der Gemeinde - und bestenfalls auch darüber hinaus - das Auto in der Garage stehen bleiben kann.

Roadshow Elektromobilität: Welches Ziel die Gemeinde mit dem Aktionstag verfolgt

Der Nordkirchener Manfried Kuliga (r.) im Gespräch mit Digital-Campus-Gründungsmitglied Björn Paulus und Birthe Schnitger von der Energieagentur NRW: Kuliga fordert schon lange eine viel stärkere Förderung für alternative Fortbewegungsmittel, angefangen beim Fahrrad. © Karim Laouari

Bis dahin ist allerdings noch einige Vorarbeit nötig. Einer, der schon seit vielen Jahren eine viel stärkere Förderung von alternativen Fortbewegungsmitteln fordert, ist der Nordkirchener Manfried Gunther Kuliga. „Es ist ein ganz guter Anfang“, sagt Kuliga über das, was die Gemeinde zurzeit auf den Weg bringt. „Man müsste aber viel häufiger über das ganz normale Fahrrad sprechen“, findet er.

Besseres Wegenetz für Fahrräder

Statt für die Autos, sollte das Wegenetz eigentlich für Radfahrer ausgebaut werden, fordert der Nordkirchener, der nach eigenen Aussagen viel mit dem Pedelec fährt und auch schon Erfahrungen mit E-Autos gesammelt hat.

Mehr separate Fahrradstreifen, mehr Tempo 30 seien nur zwei Dinge, mit denen sich in Nordkirchen - Kuliga nennt zum Beispiel die Bergstraße, der ein Fahrradstreifen fehle - ganz konkret die Situation für Radfahrer verbessern ließe.

Egal, welche Angebote am Ende kommen: „Es muss einfach und bequem sein“, macht Björn Paulus deutlich. Dafür sei zum Beispiel eine übergreifende Plattform nötig, um per App sowohl auf Busfahrpläne zugreifen als auch ein Car-Sharing-Auto, ein E-Lastenfahrrad oder einen E-Scooter ausleihen zu können. Auch das sei eine Aufgabe, an der zurzeit gearbeitet werde.

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