RKI: 600 Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden

Coronavirus

Die vom Robert Koch-Institut errechnete Reproduktionszahl liegt wieder über dem kritischen Wert von 1. Bei bundesweit niedrigen Fallzahlen wirken sich "lokale Häufungen" besonders stark aus.

Hannover

20.06.2020, 10:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt am Samstag (20. Juni) bei 601.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt am Samstag (20. Juni) bei 601. © picture alliance/dpa

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 601 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 189.135 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, teilte das RKI am Samstag mit (Datenstand 20.6., 0.00 Uhr).

Kreis Gütersloh: 1.085 bestätigte Infektionen

Nach Angaben des RKI starben in Deutschland 8.883 mit dem Virus infizierte Menschen. Das bedeutet ein Plus von 11 im Vergleich zum Vortag. Zudem gelten etwa 174.700 als geheilt - 300 mehr als am Tag zuvor.

Die meisten Infektionen verzeichnet Bayern. Auf 100.000 kommen 365 Erkrankte, insgesamt verzeichnet das Land 47.827 Fälle. Das von Corona-Ausbrüchen geplagte Nordrhein-Westfalen verzeichnet am Samstag 40.372 Fälle, was ein Plus von 216 Neuinfektionen bedeutet.

Im Kreis Gütersloh, in dem es zum Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik der Firma Tönnies kam, gibt es aktuell 1.085 bestätigte Infektionen. Laut Kreisverwaltung wurden 3.500 Tests bei Mitarbeitern durchgeführt, wovon 803 positive Befunde vorlagen (Stand 19.6.). Die restlichen Ergebnisse stehen noch aus.

R-Wert wieder leicht erhöht

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.6., 0.00 Uhr bei 1,06 (Vortag: 0,86). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Dass die geschätzten Reproduktionszahlen (R-Wert und 7-Tages R-Wert) leicht über 1 liegen zeige, dass die Anzahl der Neuerkrankungen momentan nicht weiter zurückgehe, hieß es vom RKI. Dies hänge mit den lokalen Häufungen zusammen. “Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen diese Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark.” Ein genereller Anstieg sei daraus bisher nicht abzuleiten.

RND/ame