Riesen-Mobileaus Kopierpapier

von GrochowK

, 29.07.2008, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

ALBSTADT. (tib) Dicht an dicht baumeln die Papierblätter von der Decke. Ein kleiner Luftzug genügt, und das Riesen-Mobile setzt sich ganz zart in Bewegung.

Die ganze Bandbreite von Papier, in seinen materiellen Eigenschaften sowie in seinen künstlerischen Möglichkeiten, präsentiert die Galerie Albstadt noch bis zum 21. September. Die umfangreiche graphische Sammlung wird durch Werke von Gastkünstlern, darunter die Recklinghäuserin Danuta Karsten, ergänzt. In Abformungen, Collagen, Faltungen, Papierschnitten und Rauminstallationen führen sie das Papier aus der zweiten in die dritte Dimension. Auch die konservatorischen Probleme von Papier - Stockflecken, Tintenfraß oder Lichtränder - werden dokumentiert. Eine eigene Abteilung widmet das Museum Otto Dix. Zu sehen sind Werke aus Papier aus dem Ersten Weltkrieg im Soldatentornisterformat, klassische Ingres-Bütten-Arbeiten oder wiederverwendete Makulaturbögen.

Für ihre große papierne Rauminstallation spannte Danuta Karsten zunächst ein Netz aus hauchdünner Anglerschnur unter die Galeriedecke. Anschließend fixierte sie das in der Mitte gefaltete Standard-Kopierpapier in DIN A4. Der fast neun mal sieben Meter große, diagonal ansteigende Blätterwald der Vorsitzenden des Vestischen Künstlerbundes wirkt je nach Standort mal ganz leicht und transparent, mal massiv.

Bevor sie am 15. August mit einer Arbeit beim Kunstverein Gelsenkirchen vertreten ist, reiste Danuta Karsten jetzt nach Polen. Für ein neues Hotel in der Nähe ihrer Heimatstadt Danzig soll die Recklinghäuserin eventuell eine permanente Rauminstallation kreieren.

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