Rembrandt - ein Jugendtraum

KÖLN Sein Vater floh vor den Nazis aus Köln nach Holland und entkam später trotzdem in Auschwitz nur knapp der Gaskammer: Der niederländische Kunstsammler George Kremer hat dennoch Köln zum ersten Ort bestimmt, an dem seine Sammlung holländischer Meisterwerke des 17. Jahrhunderts zu sehen ist.

10.07.2008, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Das Ehepaar George und Ilone Kremer zeigt die 48 Gemälde ihrer Sammlung im Wallraf-Richartz-Museum. dpa</p>

<p>Das Ehepaar George und Ilone Kremer zeigt die 48 Gemälde ihrer Sammlung im Wallraf-Richartz-Museum. dpa</p>

Im Wallraf-Richartz-Museum sind die Gemälde ab heute bis zum 5. Oktober in einem weißen Pseudo-Barockinterieur mit Kronleuchtern und Chesterfield-Sofas ausgestellt.

"Wir kombinieren alte Meisterwerke mit einer hippen, niederländischen Wohnkultur. So hoffen wir, auch junge Menschen begeistern zu können", sagt Kremer.

Alle Genres

Große Namen sind in der Ausstellung "Rembrandt - ein Jugendtraum" vertreten: Rembrandt, Frans Hals, Pieter de Hooch - und fast alle Genres jener Epoche, in der Hollands Maler nach Schätzungen von Kunsthistorikern jährlich 70.000 Gemälde produzierten.

Schiffe pflügen durch die Wellen, Bürgersleute posieren im Sonntagsstaat mit Rüschenkragen und Perlenkette, Schlittschuhläufer spielen Eishockey auf einem zugefrorenen See.

Vor den weiß gekalkten Wänden einer calvinistischen Kirche steht ein Prediger vor seiner Gemeinde, und eine in Satin gekleidete Dame lässt sich von einem schwarzen Sklaven aus den Kolonien die Hände waschen.

Viele religlöse Motive

Auch viele religiöse Motive sind darunter, teils für katholische Auftraggeber bestimmt. Sie hingen möglicherweise in so genannten Schlupfkirchen, die in der protestantischen, aber toleranten Bürgerrepublik von der Obrigkeit geduldet wurden.

Einer der Höhepunkte der Schau ist ein "reuiger Petrus" von Gerrit van Honthorst, der zwischen 1618 und 1620 entstand. Die Gemälde hängen sonst in unterschiedlichen niederländischen Museen, manche wurden bisher noch nie gezeigt.

Auch für Kremer ist es das erste Mal, dass er seine 48 Schätze vereint in einem Raum sieht. Mit dem Kauf von Rembrandts Bild "Alter Mann mit Turban" hatte er sich einen Jugendtraum erfüllt.

 Zwei Jahre Vorarbeit

Später reist die Ausstellung weiter zur Museumslandschaft Hessen Kassel und ins Frans Hals-Museum nach Haarlem. "Wir haben zwei Jahre auf diese Ausstellung zugelebt", sagt Ilone Kremer.

 Wallraf-Richartz-Museum Köln, Martinstraße 39: "Rembrandt - ein Jugendtraum", Di/Mi/Fr 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr.

 

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