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Zwei von drei Gasleitungs-Trassen abgelehnt

Zeelink

„Im Endeffekt werden wir es gar nicht verhindern können“, sagte Rupert Koller (UWG) zur geplanten Zeelink-Gasleitungs-Trasse, die durch Raesfeld verlaufen soll (wir berichteten). Dennoch entschied der Rat am Montag einstimmig, dass die Gemeinde zwei von drei Trassenvarianten auf Raesfelder Gebiet ablehnt.

28.06.2016 / Lesedauer: 2 min
Zwei von drei Gasleitungs-Trassen abgelehnt

Die Gasleitungstrasse zwischen Raesfeld und Erle und südlich von Erle wird von der Gemeinde Raesfeld abgelehnt.

Nicht nur Gemeinden und Institutionen seien aufgefordert, im Raumordnungsverfahren Stellung zu nehmen – das könne auch jeder Bürger, sagte der Erste Beigeordnete Martin Tesing. Er sieht die städtebauliche Entwicklungsmöglichkeit Erles durch die beiden Varianten, südlich von Erle und zwischen Raesfeld und Erle, beeinträchtigt. Bei der nördlich von Raesfeld geplanten Variante wies Karl-Heinz Tünte (CDU) auf Einwendungen hin, die schon bei der 380-kV-Leitung der Firma Amprion gemacht wurden. Dort seien Erdformationen („Archivböden“), die beschädigt werden könnten.

Schutzgut Boden

Auf die Verletzung des Schutzgutes Boden hinzuweisen, so Martin Tesing, sei aber Aufgabe des Geologischen Dienstes. Einig waren sich die Ratsmitglieder, dass die Verwaltung dem Geologischen Dienst diesbezüglich einen Hinweis geben solle. Letztlich sei bei der Abwägung der Starkstrom-Trasse aber das Schutzgut Boden nicht so hoch bewertet worden, wie der Nutzen der durch die Verlegung des Kabels entstehe, so Tesing. Amprion habe damals eine 2,5 Hektar große Ausgleichsfläche schaffen müssen.

Wenig Chancen für Landwirte

Wenig Chancen für Landwirte, sich mit ihren Interessen gegenüber dem Großprojekt durchzusetzen, sah Hans-Dieter Strothmann (CDU). „Alle drei Trassen haben im landwirtschaftlichen Bereich große Einschnitte“, sagte Koller. Sein Vorschlag, bei der priorisierten Trassenvariante zwischen Raesfeld und Erle darauf hinzuwirken, die Gasleitung mehr in Richtung Sportplatz zu verlegen, musste Tesing zurückstellen. Das sei nicht Thema im Raumordnungsverfahren, sondern später im Planfeststellungsverfahren. „Das wäre der nächste Schritt.“ Strothmann: „Das Prozedere ist immer das Gleiche: Jede Kommune hat Verständnis für die Projekte, aber möglichst nicht auf meinem Gemeindegebiet.“

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