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Telefon-Gauner geben sich als Polizisten aus

Mysteriöse Anrufe

Trickbetrüger haben in den letzten Tagen mehrfach versucht, telefonisch Vermögensverhältnisse auszukundschaften. Einem Rentner aus Erle ließ das keine Ruhe.

Raesfeld, Erle

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein angeblicher Kripo-Beamter aus Gladbeck hat am Montagmorgen um 8 Uhr den Erler Willi Pohl angerufen. „Seinen Namen hat er nicht gesagt“, so Pohl (79) – der Anrufer habe die AWO in Schermbeck sprechen wollen. Pohl kam das gleich merkwürdig vor. Und tatsächlich: Bereits am Sonntagabend hatten laut Polizei mindestens sechs Raesfelder Anrufe von Telefonbetrügern erhalten, die sich für Polizeibeamte ausgegeben hatten.

Anrufer kannte sich offenbar nicht aus

Pohls Hinweis, dass er nicht in Schermbeck, sondern in Raesfeld angerufen habe, wollte der Anrufer nicht akzeptieren. Als Pohl auflegte, rief der Mann zwei Minuten später erneut an. „Ich habe dann ‚Schönen Tag und Auf Wiedersehen‘ gesagt“, so Pohl.

Bei den anderen Anrufen, die bei den Raesfeldern eingegangen waren, hatte der angebliche Polizeibeamte sich nach den Vermögensverhältnissen erkundigt. Bei Pohl kam es gar nicht so weit, dennoch ließ ihm das Gespräch nach dem Auflegen keine Ruhe. Er kontaktierte die Polizei in Gladbeck, wo aber niemand Willi Pohl angerufen zu haben schien. Pohl rief auch das Polizeipräsidium Recklinghausen an, wo man versprach, der Sache nachzugehen.

Zeichen an die Hauswand gemalt

Willi Pohls Frau Hannelore erinnerte sich in diesem Zusammenhang an eine Begegnung, die sie kurz vor Weihnachten hatte. Vor ihrem Haus seien damals zwei Männer aufgetaucht, seien sogar durch das Törchen gegangen und hätten den Stachelbaum und das Haus fotografiert. Hannelore Pohl stellte die Männer zur Rede, doch die sagten, sie hätten nur den Baum fotografieren wollen.

Gaunerzinken?

Später bemerkten die Pohls, dass die Männer offensichtlich kleine Markierungen in den weißen Klinker am Haus geritzt hatten – vielleicht sogenannte Gaunerzinken? „Mein Mann hat die mit Schmirgelpapier weggemacht“, sagt Hannelore Pohl. Damals hatte sie ihre Beobachtung nicht der Polizei gemeldet: „Das war ein Fehler“, sagt sie jetzt.

Polizei rät: Sofort melden!

Daniel Maltese, Sprecher der Polizei in Borken, kann dem nur beipflichten: „Je eher so etwas gemeldet wird, desto besser. Wenn die Bürger sofort anrufen, haben wir noch die Möglichkeit, die Personen im Nahbereich anzutreffen. Schließlich handelt es sich möglicherweise um Vorbereitungen für einen Einbruch.“

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