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Raesfeld will gelbe Tonnen für Leichtverpackungen einführen

Neues Verpackungsgesetz

Bislang landete Verpackungsmüll in Raesfeld in gelben Säcken. Diese sollen ab Anfang kommenden Jahres durch gelbe Tonnen ersetzt werden. Doch nicht alle Politiker sind damit einverstanden.

Raesfeld

, 12.09.2018 / Lesedauer: 3 min

„Sehr komplex“: So brachte Bürgermeister Andreas Grotendorst im Hauptausschuss auf den Punkt, was das neue Verpackungsgesetz, das ab 2019 gilt, derzeit an Herausforderungen für die Kommunen bereithält. Die Kommunen im Kreis haben sich deshalb zusammengeschlossen – auch um bei den Verhandlungen mit dem Systembetreiber eine bessere Verhandlungsposition zu erlangen.

„Dadurch verliert einer seinen Job.“

Konkret geht es um die Leichtverpackungen, die derzeit in Raesfeld in gelben Säcken entsorgt werden. Die Gesetzesänderung bot nun die Gelegenheit, auf die gelbe Tonne umzuschwenken. Dagegen war nur Klaus Rybarczyk (SPD). „Dadurch verliert einer seinen Job, der die Säcke auf den Wagen wirft.“ Das könne man so nicht sagen, entgegnete Grotendorst: „Es ist zufällig so, dass unser Entsorger mit Ladegreifsystem arbeite.“

Tonnen sind stabiler

Vorteil der Tonne sei die Stabilität. Dadurch könne man den Müll in der Tonne besser komprimieren. Für die Säcke, so Grotendorst, gelte: „Wenn man die ein bisschen zart streichelt, reißen die schon.“ Hans-Dieter Strothmann (CDU): „Wie oft ist es bei Sturm, dass die Säcke mitten auf der Straße landen. Andere Kommunen haben gute Gründe gehabt, auf die Gelbe Tonne umzusteigen.“ Tatsächlich, so Thomas Greving von der Finanzverwaltung, sei bislang auch noch keine Kommune wieder von der Tonne zum Sack umgeschwenkt.

Die Tonnen müssten kostenfrei gestellt werden, sagte Greving auf Nachfrage, vermutlich werde es sich um 240-Liter-Tonnen handeln. Ob auch kleinere Gefäße gestellt werden könnten, müsse man klären. Ebenso, ob es auch Sonderregelungen geben könne für Bürger, die keinen Platz für eine gelbe Tonne haben. „Säcke müsste man ja auch hinstellen.“ In größeren Entsorgungsgemeinschaften werde man sicherlich nicht für jede Wohnung eine Tonne benötigen. Greving: „Aber auch das wird noch geklärt.“

Müllvermeidung und Abfallberatung

Holger Lordieck (Grüne) bemängelt, dass das Thema Müllvermeidung noch gar nicht besprochen worden sei. „Wir sind Weltmeister bei Leichtverpackungen. Es kann nicht sein, dass wir immer mehr Müll durch die Gegend fahren.“ Dieser Punkt müsse auch in die Verhandlungen aufgenommen werden. In der Bürgermeisterrunde sei das Thema angesprochen worden, sagte Grotendorst. „Die Abfallberatung wird ein Punkt in den Verhandlungen sein.“